Würselen: Würselens Heimatverein steht vor der Entscheidung

Würselen: Würselens Heimatverein steht vor der Entscheidung

Der Heimatverein Würselen steht vor einer schwierigen Entscheidung. Der Vorstand lädt daher die Mitglieder zu einer außerordentlichen Versammlung am Freitag, 1. Dezember, 19 Uhr, in die Gaststätte Houben, Sebastianusstraße 29 ein.

Der Arbeitskreis „Fortbestand Heimatverein Würselen e.V.“ wird das Ergebnis seiner Arbeit vorstellen. Das Fazit: Da sich bisher keine Mitglieder für die Vorstandsarbeit gefunden haben und für den Fall, dass sich keine mehr finden lassen, wird es ab der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung keinen Vorstand mehr geben. Eine Fusion mit dem neu gegründeten Verein „Geschichtswerkstatt Würselen e.V.“ könne jedoch den Vereinszweck und seine bisherigen Aktivitäten unter neuem Namen dauerhaft sichern, heißt es in der Einladung. Markus Roß sprach darüber mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Heinz Blankenheim:

Herr Blankenheim, der Vorstand lädt zur außerordentlichen Versammlung. Hat der Verein in der derzeitigen Struktur denn überhaupt noch eine Chance?

Blankenheim: Es ist heute eine Herausforderung, den demografischen Wandel, das rückläufige Engagement im Ehrenamt und die steigenden Anforderungen an die Vereinsarbeit zu bewältigen. Der Altersdurchschnitt im Heimatverein Würselen verschiebt sich jährlich immer mehr nach oben. Gleichzeitig nimmt die Resonanz an den Vereinsaktivitäten ab. Exkursionen sind nicht mehr so gut besucht wie früher.

Angebote sind der Altersstruktur angepasst. Aber der Heimatverein hat — wie allen bekannt — personelle Probleme was die Vorstandsarbeit und die Umsetzung der Vereinsaktivitäten angeht. Nur ein funktionierender und geschäftsfähiger Vorstand kann den Fortbestand des Heimatvereins garantieren. In Abwägung dieser Situation und der derzeitigen Struktur ist an eine positive Zukunft nur schwer zu denken.

Falls sich nicht genügend Mitglieder zur Mitarbeit im Vorstand melden — welche Alternativen sehen Sie dann?

Blankenheim: Ich sehe zurzeit nur drei Optionen, die der Heimatverein hat: Der Verein findet einen funktionsfähigen Vorstand, der den Vereinszweck laut Satzung fortführt. Der Verein hat keinen Vorstand mehr und muss aufgelöst werden, oder es kommt zur Fusion mit einem anderen Verein mit gleichem Vereinszweck.

Welche dieser möglichen Lösungen favorisieren Sie?

Blankenheim: Ich sehe in einer Fusion eine große Chance, dass die Ziele des Heimatvereins Würselen nicht aufgegeben werden müssen. Eine Fusion mit dem neu gegründeten Verein „Geschichtswerkstatt Würselen“ kann dies, was den Vereinszweck und seine bisherigen Aktivitäten angeht, unter neuem Namen sichern. Es ist ein Schritt in eine neue Zukunft. So halte ich mich an die Worte von Roman Herzog: „Wir brauchen nicht alles Bewährte über Bord zu werfen. Aber Erneuerung tut Not, schon um das Bewährte für die Zukunft zu sichern.“

Konkretisieren Sie doch bitte kurz die Vorteile einer Verschmelzung mit der „Geschichtswerkstatt Würselen “.

Blankenheim: Ein Hauptgrund, der für eine Fusion mit der jetzt neu gegründeten Geschichtswerkstatt spricht, ist der nahezu identische Vereinszweck der beiden Vereine. Die personellen Probleme für die Vorstandsarbeit würden sich aufheben, und bewährte Aktivitäten können weiter vorgenommen werden. Der Vorteil dabei ist, dass das Programm des Heimatvereins mit seinen Exkursionen nicht aufgeben werden muss und die heimatgeschichtlichen Aktivitäten weitergeführt werden können. Für mich heben sich mögliche Nachteile durch die mit einer Fusion verbundenen Vorteile auf.

Falls es zu keiner Beschlussfassung kommt — ist dann der Heimatverein Würselen mit seiner mittlerweile 83-jährigen Geschichte selbst Historie? Oder anders gefragt— wie zuversichtlich sind Sie, dass der Heimatverein mit anderen Strukturen auch weiterhin erhalten bleibt?

Blankenheim: Ich gehe zuversichtlich in die außerordentliche Mitgliederversammlung und sehe mit einer Fusion nicht, dass der Heimatverein Würselen selbst zur Historie wird. Es ist für mich eher ein neues Kapitel, das aufgeschlagen wird. Historisch gesehen, hatte sich der Heimatverein Würselen einst ja auch aus dem „Geschichtsverein Aachen“ gegründet.