Zukunftswerkstatt in Würselen: Wie geht es in Bardenberg weiter

„Zukunftswerkstätten“ : Wie geht es weiter in Bardenberg?

Die SPD stellt die Ergebnisse ihrer „Zukunftswerkstätten“ vor. Ein Integriertes Handlungskonzept soll her. Die große Beteiligung bei den Bürgern zeigt, dass viele etwas verändern wollen.

Die Bardenberger Sozialdemokraten drücken bei der Umgestaltung des Ortsteils aufs Tempo. Ulf Dreßen, Vorsitzender der Bardenberger SPD, stellte jetzt die Ergebnisse von drei „Zukunftswerkstätten“ vor. Dass in Bardenberg Handlungsbedarf besteht, zeigt allein das Interesse seitens der Bevölkerung: Beim letzten Werkstatttreff „Verkehr und Mobilität“ beteiligten sich rund 50 Bürgerinnen und Bürger an der Diskussion.

Die Vorschläge und Ideen mit einem Bündel von Maßnahmen fokussieren sich vornehmlich auf die zentralen Brennpunkte in Bardenberg: den Umbau beziehungsweise die Modernisierung des Dr.-Hans-Böckler-Platzes, die Umgestaltung des Parkplatzes an der Alten Schule, die Verkehrssituation in Dorf- und Grindelstraße sowie die zukünftige Nutzung des Heidegartens.

„Lebenswert und lebendig“

Zentrale Orte in Bardenberg wurden vom Bardenberger SPD-Vorstand mit den beiden Stadtverordneten Ulf Dreßen und Heinz Viehoff in Augenschein genommen. Einige vorgeschlagene Maßnahmen seitens der betroffenen Anwohner, insbesondere zum Thema Verkehr und Mobilität, dürften noch für Diskussionsstoff sorgen. Ulf Dreßen zu den Zielen der Zukunftswerkstatt: „Bardenberg hat einen lebenswerten und lebendigen Dorfkern. Da er aber etwas in die Jahre gekommen ist und den Interessen, Bedürfnissen sowie Wünschen der Bevölkerung nicht mehr ganz gerecht wird, ist es an der Zeit, das Zentrum für die kommenden Jahrzehnte zukunfts- und wettbewerbstauglich aufzustellen.“

Das wird natürlich viel Geld kosten. Die Bardenberger SPD strebt daher ein sogenanntes Integriertes  Handlungskonzept an, wie es für Würselen-Mitte bereits umgesetzt wird und für Broichweiden geplant ist. Die CDU bevorzugt für Bardenberg hingegen einen Ortsteilrahmenplan. Dafür gibt es zwar keine Fördergelder, aber im Vergleich mit einem Integrierten Handlungskonzept deutlich größere Gestaltungsfreiheit.

Worum geht es der SPD in Bardenberg konkret? Das Hauptaugenmerk richtet sich auf den Umbau und die Attraktivierung des Dr. Hans-Böckler-Platzes, der durch seine Lage zwischen Dorfstraße und ehemaligem Knappschaftskrankenhaus das Zentrum Bardenbergs ist. Seit der letzten Umgestaltung 1992 ist hier bis auf ein paar Schönheitsreparaturen nicht viel passiert. Zwar werde der Platz durch den Pilz und die neue Außengastronomie gut genutzt, seine Zugänglichkeit sei aber stark beschränkt, so die Feststellung der SPD. Rund um den Bergmannsbrunnen befindet sich attraktive Begrünung, die durch ihren „wall­ähnlichen Aufbau“ jedoch einen Zugang von der Ostseite verhindere. Ulf Dreßen: „Hierzu fordern wir ein oder zwei Durchgangsmöglichkeiten. Vom Krankenhaus und von der Dorfstraße her sind Parkplätze beziehungsweise feststehende Eisenbänke weitere Barrieren. Durch eine Verminderung um einen Parkplatz von jeder Seite und eine andere Positionierung der Bänke kann dies aufgebrochen werden.“ Weiterhin sei das Spielmobiliar auf dem Platz eher „bescheiden“.

Grundvoraussetzung für die Modernisierung des Parkplatzes an der Alten Schule sei, dass für Besucher der Dorfstraße und der Veranstaltungen auf Burg Wilhelmstein genügend Parkraum verbleibt. Außerdem müssen die Schützen und das Jungenspiel ihre „alte Heimat“ behalten. Dreßen: „Leider ist der Platz selber zu weiten Teilen eine hässliche und rissige Teerwüste. Dies muss geändert werden, indem ein wasserdurchlässiger und farblich variierender Materialmix aufgebracht wird.“ Die Verbindung zum Dr.-Hans-Böckler-Platz müsse durch abgesenkte Bordsteine barrierefrei gestaltet sein. Ein Fußgängerdurchgang zwischen Sparkasse und altem Bürgermeisteramt erleichtere die Erreichbarkeit der Dorfstraße. Für die Besucher des Jugendtreffs Nautilus seien moderne Skate- und Basketballangebote von Nöten. Vorstellen könne man sich zur weiteren Belebung sommertags auch eine Boulebahn, einen „kommunalen Biergarten“ oder ein Bistro mit Außengastronomie.

Lebhaft diskutiert wurde ebenso die Vernetzung und Beruhigung der Dorfstraße. Scharf kritisiert wurde, dass Autofahrer oft mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch diese eigentlich verkehrsberuhigte Spielstraße rasen. Dieses Problem dürfe allerdings „nicht mit einer Sperrung gelöst werden“, so der Tenor aus der Bürgerschaft, eine versetzte Anordnung von Blumenkübeln im Fahrbereich könnte jedoch die gewünschte Geschwindigkeitsreduzierung herbeiführen. Gefordert wurde eine Attraktivierung des Heidegartens: Diese Fläche leide an einer Verödung in Form einer leeren Wiese. Vorstellen könne man sich einen Volleyball- oder Bolzplatz, eine Grillstelle, Sitzmöglichkeiten, eine „Hundetoilette“ und Beleuchtung. Nicht einfach zu lösen ist die Verkehrsproblematik entlang der Grindelstraße, die zu einer Hauptverkehrsachse Bardenbergs geworden ist. Hier sieht die SPD Handlungsbedarf.

Ulf Dreßen wünscht sich eine offene, parteiübergreifende Diskussion mit konstruktiven Vorschlägen: „Jeder kann sich hieran beteiligen. Es soll nur nichts zerredet werden.“

(ro)
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