Würselen: Übergabe der neuen Gesamtschule

Übergabe von Würselens neuer Gesamtschule : Ein Tag, an dem alle sehr stolz sind

Die Stadt und das Kollegium der Würselener Gesamtschule sind froh über den pünktlich abgeschlossenen Neubau. Nun freut man sich auf den Start des Schuljahres am Mittwoch.

Es ist fast 100 Jahre her. Ganz genau sind es 91 Jahre. Da spielte Käthe Hermanns, damals noch das Fräulein Breuer, auf den Wiesen zwischen Wasserturm und Lokschuppen. „Hier habe ich einen schönen Teil meiner Kindheit verlebt“, erinnert sich die 95-jährige Dame. Wie das damals war, erzählt sie Würselens Bürgermeister Arno Nelles. Auch die 93-jährige Helene Lynen und Käthe Hermanns‘ Bruder Matthias Breuer (84) berichten  von früher – an einem Tag, an dem sich alle auf die nahe Zukunft freuen und sehr stolz sind. Stolz, dass die Gesamtschule an der Krottstraße in Betrieb geht. Die drei Senioren sind Nachbarn der Schule, die das Projekt ausdrücklich begrüßen. So, wie das auch Arno Nelles und der überwiegende Teil der Würselener Politik tut. Etwa 150 Gäste sind zur Schlüsselübergabe der Gesamtschule gekommen. Alle sind Befürworter, von den Gegnern hat sich, wie angekündigt, niemand eingefunden.

620 Kinder in fünf Jahrgängen

25,7 Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Gebaut wurde es von einem privaten Investor, der Firma Goldbeck. Sie übernimmt auch die Unterhaltung für die nächsten 30 Jahre. Kommenden Mittwoch wird die Schule nach den Ferien mit Leben erfüllt sein. Dann ziehen 620 Kinder in den Klassen 5 bis 9 ein.

Etwa 15 Minuten dauerte es dann auch, bis Nelles allen gedankt hatte. Bevor Dr. Robin Heidel, Geschäftsführer des Unternehmens Goldbeck, und sein Projektleiter Simon Holkenbrink den Schlüssel an Schulleiter Olaf Staecker übergab, ließ Arno Nelles die Entstehung der Schule nochmals Revue passieren. Nelles schmunzelnd: „Hier ist etwas Goldiges geschaffen worden.“ Dabei versprach er: „Wir werden auch die anderen Schulen Würselens sukzessive in Schuss bringen.“ Zudem führte er an: „Wir können in Würselen nicht jede Schulform, aber jeden Abschluss abbilden.“

Die Entscheidung, am gewählten Standort zu bauen, „war richtig“, verteidigte Nelles die Wahl nochmals. Er verwahrte sich allerdings im Laufe seiner Rede auch davor, dass hier und da „negative Schlagzeilen“ mit dem Bau der Schule und dem noch nicht entsorgten Berg von Aushub in sozialen oder anderen Medien einher gingen. „Kritik ist angebracht, aber man darf Kritik nicht mit Meckern verwechseln“, bemerkte der Bürgermeister.Doris Harst, Vorsitzende des Würselener Bildungsausschusses, nannte das Bauwerk „eine wunderbare Schule“. Sie lobte zudem das pädagogische Konzept, das erarbeitet wurde und in der neuen Schule sehr gut umgesetzt werden könne. „Den Schülern wird das Lernen mit Begeisterung vermittelt.“

Dr. Robin Heidel bekannte: „Ich bin sicher, dass wir lange und gut mit der Stadt Würselen zusammenarbeiten werden, denn in diesem Projekt steckt von beiden Seiten viel Herzblut drin.“ Olaf Staeckel bemerkte vor einem gemeinsamen Rundgang: „Mit der neuen medialen Ausstattung der Klassenräume, der Technikausstattung der Fachräume, insbesondere in den Naturwissenschaften bekommen wir Zugang zu neuen, zeitgemäßen Unterrichtsmethoden.“