Würselen: Stefans Mix ist Bürgermeisterkandidat der SPD

Bürgermeisterkandidat der SPD : Würselens Genossen heben Stefan Mix aufs Podest

Fürs Erste ist es geschafft: Die Würselener SPD hat ihren Bürgermeisterkandidaten nominiert. Mit über 90 Prozent Zustimmung und ohne Gegenkandidaten wählten die Delegierten am Samstag Stefan Mix.

Der 56-jährige Diplom-Ingenieur erhielt Vorschusslorbeeren seiner Kollegen. Stadtverbandsvorsitzender Max Zitzen, der die für die Nominierung notwendige Mitgliederversammlung leitete, sah in Mix den logischen Nachfolger des amtierenden Bürgermeisters Arno Nelles, der die Stadt weiter in SPD-Manier zu gestalten vermöge: sozialdemokratisch, bunt und weltoffen.

Einer, der Menschen gewinnen kann

Zitzen erinnerte an das Wahlprogramm von 2009, an dem seither in großen Teilen festgehalten worden sei. Das Kapitel Bildung sei erst kürzlich damit gekrönt worden, dass Bürgermeister Nelles den Schlüssel der neuen Gesamtschule übergeben konnte. Nelles selbst beschrieb Mix als jemanden, „der Menschen gewinnen kann“. Seit 2011, als Würselen die Pleite drohte, sei eine Menge getan worden, damit „wir heute etwas übergeben können, wo Gestaltungsspielraum ist“. Nelles erinnerte an zusätzliche Kita-Plätze, die neue Schule, andere Schulen, die ausgebaut worden seien, und neu geschaffene Freizeitmöglichkeiten. Er wünschte seinen Genossen Geschlossenheit im Wahlkampf, denn: „Man hätte keinen idealeren Kandidaten finden können.“

Dann ergriff Stefan Mix selbst das Wort. Er beschrieb sich als ruhig, diplomatisch, aber empathisch. Von Max Zitzen und dem Fraktionsvorsitzenden Christoph Küppers gefragt, ob er um das Amt des Bürgermeisters antreten wolle, habe er den sechsköpfigen Familienrat befragt, der Zustimmung signalisierte.

Mix ist seit sechs Jahren Geschäftsführer des SPD-Unterbezirks Städteregion und Aachen-Stadt. 1982, am Tag des konstruktiven Misstrauensvotums gegen Helmut Schmidt SPD-Mitglied geworden, hat er sich über die Zeit immer ehrenamtlich engagiert. Von 2004 bis 2008 war Mix außerdem stellvertretender Bürgermeister und seit 2009 Mitglied des Städteregionstages. Mix bezeichnet sich als durch sein Elternhaus geprägt. „Sie haben uns, meine Schwester und mich, gelehrt, was die Werte von Würde, Chancengleichheit, Gendergerechtigkeit und sozialer Verantwortung bedeuten.“ Die Eltern, bei der Versammlung zugegen, reagierten auf die anerkennenden Worte mit offener Ergriffenheit.

Modern wie die Gesamtschule

Ein paar seiner Pläne verriet Mix schon jetzt. So möchte er als Bürgermeister die 100-Jahr-Feier der Verleihung der Stadtrechte in 2024 nutzen, um einen großen Dialog zu eröffnen, wie Würselen zukunftsgerecht aufgestellt werden kann. Das städtische Gymnasium, das in die Jahre gekommen ist, soll genauso modern gestaltet werden wie nun die Gesamtschule. Auch die Erweiterung der Gemeinschaftsgrundschule Mitte steht auf Mix’ Agenda. Weiter erklärte er: „Es ist unser Ziel, die Kita-Gebühren gänzlich abzuschaffen, um unseren Anspruch von kostenfreiem Lernen von der Kita bis zum Studium umzusetzen. Hierzu zählt auch der Bereich der Ganztagsschule, die in Würselen, was Ausstattung und pädagogische Betreuung angeht, in der Region überdurchschnittlichen Qualitätsansprüchen genügt.“

Für die Jugend brauche es mehr Flächen und Einrichtungen. Für mehr Wohnraum hofft Mix auf den Ausbau des Singer-Geländes und auf Optionen in Weiden, wo Kinkartz einst Süßwaren hergestellt hat. Neue Wohnformen für ältere Bürger und Menschen mit Behinderung, kostenfreies Internet an allen wichtigen Plätzen und Verbesserung in der Mobilität – Stichwort Regiotram – schweben ihm vor. Neue Arbeitsplätze im Gewerbegebiet Merzbrück, eine Optimierung der Verkehrsströme rund ums Rhein-Maas-Klinikum, die Weiterentwicklung der medizinischen Einrichtungen in Bardenberg zählten zu den weiteren Punkten. Schließlich verriet Mix, dass ihm die avisierte Zusammenarbeit mit der Würselener Verwaltung Respekt abringe. „Ich weiß nicht alles und schon gar nicht alles besser … Deshalb bin ich auf die Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen und biete ihnen mein offenes Ohr an.“ Mix erhielt im Anschluss an seine Rede minutenlangen Beifall.

Die Delegierten bekundeten, was Max Zitzen zu Beginn betont hatte: „Die Würselener SPD ist in Kampflaune.“