1. Lokales
  2. Nordkreis
  3. Würselen

Fokus auf Iran-Situation: „Würselen kocht...“ erhält einen anderen Charakter

Fokus auf Iran-Situation : „Würselen kocht...“ erhält einen anderen Charakter

Der Integrationsverein Türöffner hat aus gegebenem Anlass das Konzept für „Würselen kocht...“ angepasst – und appelliert an die Kommunalpolitik.

„Frau. Leben. Freiheit. – tam tam tam.“ Der Ruf der iranischen Revolutionsbewegung, gefolgt von kräftigen Trommelschlägen erfüllt den Gruppenraum im Alten Bahnhof, dem Domizil des Integrationsvereins „Türöffner“. Erst noch ein wenig zaghaft, dann immer lauter, kräftiger und selbstbewusster. Iranische Frauen, aber auch welche aus Afghanistan, der Türkei, Syrien und Deutschland, welche ohne, andere mit Kopftuch, üben in diesen Tag für ihre Auftritte rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen (25. November).

Am Mittwoch, 23. November, trommeln sie im Rahmen der Aktion „Orange your City“ für Solidarität mit der iranischen Revolutionsbewegung und gegen Gewalt an Frauen überall auf der Welt auf dem Markt; am Samstag, 26. November, bei „Würselen kocht Persisch“.

Insbesondere das Format „Würselen kocht…“ bekommt damit einen anderen Charakter als sonst. „Bei ‚Würselen kocht‘ geht es meist um Austausch und eine gute Zeit, bei der sich alle besser kennenlernen können. Wir tanzen oft. Mit Blick auf das, was im Iran passiert, fanden wir das nicht angemessen und haben andere Programmpunkte geplant“, berichtet Pelin Yigit, eine der beiden Geschäftsführerinnen von Türöffner.

Zwar wird wie immer gemeinsam gekocht und gegessen, aber auch der Revolutionssong „Baraye“ wird zu hören sein, eine Iranerin wird aus ihrer Biographie berichten, und die Trommelgruppe ruft lautstark zur Solidarität auf. Auf Deutsch, Persisch, Arabisch, Kurdisch, Französisch, Englisch, Türkisch, Pashtun. Dazwischen lesen die Frauen kurze Statements für Freiheit und Menschenrechte vor.

Explizit eingeladen ist die Würselener Kommunalpolitik, „denn den Frauen hier ist es wichtig, dass sie die Solidarität dieser höheren Ebene bekommen“, erläutert die zweite Türöffner-Geschäftsführerin Catrin Renzelmann. Und das gilt mittlerweile nicht mehr nur für die iranischen Frauen, die Türöffner als Anlaufstelle nutzen.

„Frauen in der ganzen Welt sind von Gewalt betroffen, auch in Deutschland. Das war ihnen erst gar nicht klar“, erzählt Yigit. Umso leidenschaftlicher trommeln sie jetzt für ihre Rechte. „Dazu gehört auch das Recht und die Freiheit, Kopftuch zu tragen. Hier erscheint es oft einfach, die zu unterstützen, die das Kopftuch ausziehen. Aber uns ist es wichtig, alle Frauen in ihrer Freiheit mit oder ohne Kopftuch zu stärken“, betont Renzelmann. Im Gruppenraum hängen neben auf großen Bettlaken geschriebenen Solidaritätsadressen deshalb auch Selbstporträts der Frauen, mal mit, mal ohne Kopftuch. Immer überschrieben mit „Frau. Leben. Freiheit.“