Würselen: Keine Grundreinigung in den Schulen

Streit mit Reinigungsfirma : Keine Grundreinigung in den Würselener Schulen

Die Würselener Schulen starten am Mittwoch in das neue Schuljahr, ohne dass über die Sommerferien eine Grundreinigung vorgenommen werden konnte. Dies teilte Stadtsprecher Bernd Schaffrath unserer Zeitung auf Nachfrage mit.

Einzige Ausnahmen sind die Grundschulen Wilhelmstein und Friedrichstraße. Auch in den städtischen Kindergärten sei keine Grundreinigung vorgenommen worden.

Kündigung seitens der Firma

Hintergrund ist der Ärger der Stadt mit einer Reinigungsfirma aus dem Rhein-Sieg-Kreis, der sich noch zu einem handfesten Rechtsstreit auswachsen könnte. Die Firma hatte zum August vergangenen Jahres die Reinigungsleistungen für zahlreiche städtische Liegenschaften übernommen. Neben Schulen und Kindergärten zählen dazu vor allen Dingen Rathaus, Altes Rathaus, Alter Bahnhof, Feuerwache und diverse Turnhallen – alles in allem ging es um 26 Gebäude.

Insbesondere aus Kreisen einiger Schulen wurden jedoch schnell Klagen darüber laut, dass die Reinigung nicht in zufriedenstellender Weise vorgenommen werde. Die Stadt kürzte eine Vielzahl an Rechnungen und drohte der Firma damit, die Leistungen anderweitig zu vergeben und ihr dann in Rechnung zu stellen. Darauf reagierte die Firma wiederum, indem sie im Juli den Vertrag kündigte.

Bei dem Unternehmen bewertet man die Auseinandersetzung freilich ganz anders. Rechtsanwalt Jens Deneffe erklärte am Dienstag gegenüber unserer Zeitung, dass die Stadt Würselen seiner Einschätzung nach ein „vertragswidriges Zahlungsverhalten“ an den Tag gelegt habe. Weiter ins Detail gehen wollte Deneffe nicht und äußerte stattdessen seine Hoffnung, dass seine Mandantschaft und die Stadt sich doch noch gütlich einigen können, also ohne dass die ganze Sache am Ende durch einen Richter entschieden werden muss.

Nun putzen eigene Kräfte

Während das Problem der ausgebliebenen Grundreinigung weitgehend nicht bewältigt werden konnte, hat die Stadt sich einer sehr pragmatischen Lösung bedient, um zumindest die Unterhaltsreinigung in den Schulen, Kindergärten und anderen städtischen Gebäuden zu gewährleisten. Und zwar hat sie einige ehemalige Mitarbeiter der Reinigungsfirma, denen infolge des geplatzten Vertrags gekündigt worden war, einfach selbst angeheuert.

Ganz unabhängig davon bereitet das städtische Gebäudemanagement eine neue europaweite Ausschreibung für die Vergabe der Reinigungsleistung vor.

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