Würselen: Die Innenstadt soll schöner werden

Förderung für Eigentümer : Würselens Innenstadt soll schöner werden

Stadtverwaltung ruft „Fassadenprogramm“ aus und eröffnet Quartiersbüro in der Innenstadt. Eine Förderung für Immobilieneigentümer, die modernisieren wollen, ist möglich.

Das Singer-Gelände wird erschlossen, der Bau eines neuen Gymnasiums wird immer wahrscheinlicher, in Sachen Verkehrsführung stehen tiefgreifende Veränderungen an, und vielleicht passiert ja in einigen Jahren die Regiotram St. Sebastian: Wer angesichts dieser und weiterer Projekte die Prognose wagt, dass das Antlitz der Würselener Innenstadt sich in den kommenden Jahren erheblich verändern wird, der lehnt sich nicht sehr weit aus dem Fenster.

So gesehen ist es wohl ein passender Zeitpunkt, auch private Immobilienbesitzer ins Boot zu holen. Die Stadt Würselen hat dazu nun den Start ihres „Fassadenprogramms“ ausgerufen. Die Immobilien sollen auf Vordermann gebracht und aufgehübscht werden. Weil so etwas zwar zum Werterhalt beiträgt, aber zunächst einmal immer viel Geld kostet, wird genau solches als Anreiz gesetzt: Wer innerhalb des festgelegten Bereichs sein Gebäude modernisieren oder dessen Fassade sanieren lässt, kann eine öffentliche Förderung abgreifen.

Zu diesem Zweck wurde diese Woche ein eigenes Quartiersbüro eröffnet. Es liegt in der Kaiserstraße 114, einige Meter oberhalb des Singer-Parkplatzes. Vor Ort werden die Architekten Andreas Elsbroek  und Patricia Derek (Elsbroek Architekten, Aachen) anzutreffen sein, die von der Stadt Würselen engagiert wurden. „Wir wollen dabei helfen, nicht mehr ganz so zeitgemäße Immobilien in Fahrt zu bringen“, sagt Andreas Elsbroek. Offene Sprechzeiten sind nur einmal wöchentlich, nämlich immer mittwochs von 16 bis 19 Uhr. Es können jedoch auch außerhalb dieser Zeiten Termine vereinbart werden, telefonisch unter 02405/6079944 oder per E-Mail an qmwuerselen@elsbroek.de.

Die genauen Förderbedingungen werden voraussichtlich im Dezember durch den Stadtrat verabschiedet. Aktuell wird davon ausgegangen, dass eine 50-prozentige Förderung möglich ist, die aber bei 10.000 bis 15.000 Euro gedeckelt werden soll. Fürs Erste stehen 300.000 Euro zur Verfügung, was nicht nach sehr viel klingt. Der Gesamtbetrag kann aber bei Bedarf noch erhöht werden. Der Prozess ist auf mehrere Jahre angelegt und Teil des Integreierten Handlungskonzepts für die Innenstadt.

Foto: grafik

Das Büro wurde ganz bewusst schon vor der Ratsentscheidung eröffnet. Bis dahin kann die Beratung schon in Anspruch genommen und beispielsweise Angebote von Handwerkern eingeholt werden. Nur Brief und Siegel für die Förderung gibt es eben erst frühestens gegen Jahresende.

Vorgaben dafür, welche Gebäude förderfähig sind, gibt es – abgesehen vom Standort – nicht. Dafür, dass die Förderung nur für Immobilien angefragt wird, die eine Überholung auch nötig haben, sollte schon der Eigenanteil sorgen, den die Eigentümer ja in jedem Fall tragen müssen. Die Beratung in der Kaiserstraße können auch Eigentümer in Anspruch nehmen, deren Liegenschaft sich außerhalb des festgelegten Bereichs befindet.

Bürgermeister Arno Nelles verspricht sich viel von dem Programm und hofft darauf, dass ein „Multiplikatoreneffekt“ einsetzt, sobald die ersten Fassaden saniert sind. Wenn der ein oder andere Eigentümer sieht, was der ein oder andere Nachbar so mit seinem Gebäude gemacht hat, werde vielleicht nachgezogen. „Wir hoffen auf positive und ansteckende Effekt. Wir wollen hier einen Weg beginnen“, so Nelles. Und Architektin Patricia Derek vergleicht das Programm mit dem Pflanzen eines Baumes. Es kann dauern, bis man die Ergebnisse sieht. Sobald es sprießt und blüht, weiß man jedoch, dass Geduld und Aufwand sich gelohnt haben.

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