Würselen: Baubeginn für Sportpark am Aquana verzögert sich

Geplanter Sportpark Kauseneichsgasse : Scherben im Getriebe

Der Bau des Sportzentrums an der Kauseneichsgasse in Würselen verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Der Grund dafür sind archäologische Funde, die jüngst im Bereich der zukünftigen Baustelle zum Vorschein gekommen sind.

Darüber informierte die Stadtverwaltung am Dienstag. Westlich des Aquanas soll bekanntlich eine große Sportanlage entstehen, die ein Kleinspielfeld, zwei Großspielfelder (eines davon mit Umlaufbahn) sowie mehrere Gebäude und zwei Parkplätze umfasst.

Ausstehende Genehmigungen

Der avisierte Termin für den Baubeginn war im Kalender schon vor der aktuellen Entwicklung weiter nach hinten gerutscht als man es ursprünglich gern gesehen hätte. Grund war zunächst der Artenschutz. Da davon auszugehen war, dass die geschützte Feldlerche vor Ort bis Ende Juli brüten könnte, war vorgesehen, den ersten Spatenstich am 1. August vorzunehmen.

Dieser Termin war aber nicht einzuhalten, weil die Genehmigung des Haushalts durch die Bezirksregierung noch aussteht. Gleiches gilt für die Genehmigung des geänderten Flächennutzungsplans. Ohne diese Formalitäten konnten die notwendigen Ausschreibungen nicht in Angriff genommen werden. Dennoch war man im Rathaus guter Dinge, statt am 1. August am 1. September, spätestens aber am 1. Oktober loslegen zu können.

„Denkmalrelevant“

Dann allerdings erschien der Landschaftsverband Rheinland (LVR) auf der Bildfläche und meldete Begehr an, auf dem Gelände eine „Grobuntersuchung“ vorzunehmen, um mögliche Bodendenkmäler aufzutun. Es folgten zwei Untersuchungen, in deren Rahmen dann in der Tat „denkmalrelevante Scherben“ entdeckt wurden. Anfang dieses Monats schließlich ging im Rathaus die Mitteilung ein, dass eine umfassende Untersuchung notwendig sei.

Bei allem Interesse an Archäologie, das der Verwaltungsspitze an dieser Stelle einmal unterstellt sei, dürfte man den Vorgang als eher lästig empfinden. Denn nun muss das Rathaus Archäologen beauftragen und auch bezahlen. Die bislang veranschlagten Kosten für den Sportpark von 5,25 Millionen Euro dürften also zumindest geringfügig steigen. Wie lange vor Ort gegraben wird, lässt sich nicht absehen. „Von sehr kurz bis sehr lange ist alles drin“, sagt der Erste Technische Beigeordnete Till von Hoegen.

Keine Einzelheiten

Was es mit den Scherben auf sich hat, etwa aus welcher Epoche sie stammen, war am Dienstag nicht in Erfahrung zu bringen. Fest steht nur: Wann auch immer die Scherben vor Ort hinterlassen worden sind, sie stecken nun bei der Entstehung des Sportparks im Getriebe.

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