Wanderausstellung „We, the six million“ in Würselen

HGG und städtisches Gymnasium : Wanderausstellung „We, the six million“ macht in Würselen Station

Sechs Millionen ist eine abstrakte Zahl – niemand könne sich vorstellen, wie viel eine solche Summe wirklich ausmacht.

Laut Bürgermeister Arno Nelles seien es die persönliche Geschichten, die die Schicksale der jüdischen Bevölkerung im NS-Regime aus der Anonymität holen.

Bei der Eröffnung der Wanderausstellung „We, the six million – Lebenswege von Opfern der Shoa aus dem westlichen Rheinland“ am Heilig-Geist-Gymnasium (HGG) fand der Bürgermeister bewegende Worte.

Die vom Institut für Katholische Theologie der RWTH Aachen initiierte Ausstellung gastiert in der kommenden Woche ebenfalls am städtischen Gymnasium Würselen.

Das HGG hatte unter der Leitung von Lehrer Timo Ohrndorf unlängst die beeindruckenden Ergebnisse des Projektkurses „Villa Buth – Zwischenstation zum Holocaust“ vorgestellt. Durch die Projektarbeit waren die teilnehmenden Schüler bereits in der Materie. Die eigenen Ergebnisse wurden in die Ausstellung am HGG integriert. Dem Zufall war es geschuldet, dass sich zeitgleich auch das Gymnasium Würselen um die Ausstellung bemühte, die beiden Schülervertreter Elena Barcan und Presto Puvirajah wurden von einem ehemaligen Lehrer darauf aufmerksam gemacht. Beide Schulen entschlossen sich, eine gemeinsame Eröffnungsfeier abzuhalten.

Schulleiter Christoph Barbier (HGG) verwies auf die Wichtigkeit einer solchen Forschungsarbeit: „Die Zeitzeugen sterben. Durch die Forschung kann die Erinnerung wachgehalten werden. Sein Amtskollege Frank-Michael Becker (Gymnasium Würselen) pflichtete dem bei: „Es ist Aufgabe der jungen Generation aufzustehen. Wir freuen uns über die Courage der Schüler.“ Ein besonderes Augenmerk der Ausstellung wird auf der Tuchmacherindustrie liegen, die speziell die Aachener Region prägte.

Bürgermeister Nelles freute sich, dass die Ausstellung in Würselen symbolträchtig in der Kirche des HGG eröffnet wurde: „Es ist ein Symbol der Gemeinsamkeit und des Zusammenwachsens.“

Die Projektorganisator Prof. Guido Meyer führt in die Thematik ein, die beiden Master-Studenten Rene Porger und Alexander Hermet übernahmen die Führungen. Laut den Initiatoren sei die Ausstellung „bewusst offen“ konzipiert: Man solle das Gesehene aufnehmen und rekapitulieren können. Interaktion und Inspiration für eigene Projekte seien das Ziel.

Neben der Klasse 9a und der Delegation des Würselener Gymnasium wohnte auch die Fachschaft Geschichte des HGG der Begehung bei. Vom 11. bis 15. März wird die Ausstellung am Würselener Gymnasium gastieren. Puvirajah betonte die Wichtigkeit dieser Aktion aus Sicht der Schülervertretung: „Wir sind mehr, wir wollen aufstehen:“

(yl)
Mehr von Aachener Zeitung