VfR Würselen: Auf Korkgranulat in die Bezirksliga?

Neuer Kunstrasenplatz des VfR Würselen : Auf Korkgranulat in die Bezirksliga?

Der Mann kann’s. Beim offiziellen Anstoßfoto zur Eröffnung des Kunstrasenplatzes am Würselener Drischfeld jonglierte Beigeordneter Roger Nießen die „Pille“ mindestens 20 Mal ohne Bodenkontakt, bis er seinen Chef und Bürgermeister Arno Nelles anspielte.

Immerhin hatte Nießen in früheren Jahren als Brander Borusse lange in der Verbandsliga gespielt.

Es ging locker zu, als am Samstag der Platz – er wird vom VfR Würselen und zum Schulsport genutzt – übergeben wurde. In einem guten halben Jahr hatte die Stadt den Platz mit dem Kunstrasen ertüchtigt und weitere Maßnahmen (neue Flutlichtanlage) vorgenommen. Etwa eine Million Euro hatte die Stadt dafür aufgewendet. Die Sanierung des Platzes und der Neubau eines Kleinspielfeldes (240.000 Euro) zwischen der „alten“ Sportanlage und der neuen Gesamtschule ist die erste umgesetzte Maßnahme, die im Juli 2017 als Gesamtkonzept der Sportstättenplanung beschlossen worden war.

Arno Nelles zeigte sich zuversichtlich, dass man auch mit dem Neubau der Sportstätte am Aquana noch im Herbst beginnen werde. Ausgrabungen von Grundrissen historischer Häuser, so nannte das der Ratsvorsitzende, hatten bislang einen pünktlichen Beginn nicht zugelassen. Umso mehr freuten sich Nelles, Nießen, Vizebürgermeister Wilfried Hahn, VfR-Vorsitzender Markus Carduck und Stadtsportverbands-Ehrenvorsitzender Peter Mommertz, dass man nun, pünktlich zum Saisonstart, den Spielbetrieb aufnehmen durfte.

Sie durften zuerst auf den Platz: die Traditionsmannschaft von Alemannia Aachen (gelb) und die ehemalige Landesligamannschaft des VfR. Foto: Sigi Malinowski

Arno Nelles unterstrich: „Wir haben darauf geachtet, dass wir kein Kunststoffgranulat, sondern ein zulässiges Korkgranulat verwendet haben.“ Er und Markus Carduck dankten allen politischen Fraktionen, die eine positive Entscheidung für diese Maßnahme mitgetragen hätten. „Es war schwierig, aber wir haben es hinbekommen“, meinte Carduck, Chef von 20 spielenden Mannschaften im Senioren- und Juniorenbereich.

In Eigenleistung hatte der Verein die Terrasse neu angelegt und im Klubheim Verbesserungen vorgenommen. Als Bürgermeister Nelles dem VfR „viel Spaß und Glück auf dieser Anlage“ wünschte, konnte man dies vielleicht auch auf die „Erste“ des VfR übertragen, die als A-Ligist als vielfach genannter Favorit für den Aufstieg in die Bezirksliga gehandelt wird.

Sie durchschnitten das Band (v.l.): Vize-Bürgermeister Wilfried Hahn, VfR-Vorsitzender Markus Carduck, Bürgermeister Arno Nelles, der Ehrenvorsitzende des Stadtsportverbandes, Peter Mommertz, und Beigeordneter Roger Nießen. Foto: Sigi Malinowski

Nach der Übergabe des Platzes rollte direkt der Ball. Alemannia Aachens Traditionself traf auf die ehemalige Landesligamannschaft des VfR. Da spielten für die Düvelstädter unter der Leitung von Schiedsrichter Aaron Haas und den Assistenten Achim Bougé und Sascha Walinda unter anderem Mike Schwanke, Peter Sitek, Alex Becker, Herbert Meys, Ralf Popielas oder Orhan Ak gegen ehemalige Aachener Bundesliga-Größen wie Stephan Straub, Thomas Stehle, Mike Zimmermann oder auch gegen André Etzold und Udo Heilmann, die es zu aktiven Zeiten immerhin bis in die Regionalliga geschafft haben. Die Partie, moderiert von Norbert Wilke, endete 6:3 für Aachen.

Am Sonntag hatte die Platzanlage mit den wenigen Parkplätzen dann richtig großen Zulauf. Um 18 Uhr spielte der VfR gegen den Lokalrivalen Rhenania Würselen um die ersten Punkte der jungen Saison. (mali)

Viele Zuschauer zog es bei schönstem Spätsommerwetter zum VfR-Gelände. Foto: Sigi Malinowski