Verkehrsproblematik am Mühlenweg: Ampel-Test geht in die fünfte Woche

Verkehrsproblematik am Mühlenweg : Ampel-Test geht in die fünfte Woche

Dass kein Hirnschmalz darauf verwendet wurde, die Verkehrssituation am Mühlenweg zu entschärfen, kann niemand behaupten. Macht man sich aus Richtung Bardenberg auf den Weg hinab ins Wurmtal, reiht sich Leitschwelle an Leitschwelle und Sicherheitsbake an Sicherheitsbake.

Man fühlt sich ein wenig wie auf einer Autobahnbaustelle, aber zumindest kann so kein Kraftfahrzeug von der schmalen Straße auf den noch schmaleren Bürgersteig ausweichen. Eine umfassend zufriedenstellende Lösung hat jedoch keiner der Eingriffe gebracht.

Der Verkehr ist deshalb ein Problem, weil die hiesigen Autofahrer den Mühlenweg als Schleichweg von Herzogenrath nach Würselen und umgekehrt entdeckt haben. Dafür ist er aber nicht ausgelegt.

Verwirrung um die Rotphasen

Aktuell gilt das Augenmerk der gebeutelten Anwohner einer Baustellenampel unten im Tal, die seit Anfang September an der – für Begegnungsverkehr zu schmalen – Brücke über die Wurm aufgestellt wurde. Sie soll dem Schleichweg ein wenig von seinem Zeitsparpotenzial nehmen, ohne ihn jedoch ganz abzubinden. Auf diese Idee, die zunächst als Test gedacht ist, war die Würselener UWG gekommen.

Die Ampel geht dieser Tage in ihre fünfte von geplanten sieben Wochen Dienstzeit und hat bei einigen Anwohnern für Verwirrung gesorgt. Das Problem: Ist die Rotphase zu kurz, stört sie niemanden so richtig. Ist sie zu lang, wird sie ignoriert. Diese Beobachtung hat Wolfgang Kempkens gemacht, der regelmäßig mit seinem Hund im Wurmtal spazieren geht. Anfangs sei die Rotphase sehr kurz gewesen, dann plötzlich extrem lang – was Autofahrer dazu bewogen habe, einfach bei Rot zu fahren. Kempkens beobachetete prompt einen Beinahe-Unfall. Er sagt aber auch: „Mein Gefühl ist, dass der Verkehr leicht nachgelassen hat.“

Die Stadt Würselen bestreitet, dass die Dauer der Rotphasen bewusst geändert worden sei. Allerdings sei vergangene Woche in der Tat ein technischer Defekt aufgetreten, der dafür sorgte, dass die Ampeln in beide Richtungen dauerhaft Rot zeigten. Dies sei mittlerweile behoben. Ein kurzer Besuch mit Stoppuhr vor Ort bestätigt das so weit: Die Rotphase dauert eine Minute.

Zweiwöchige Verkehrszählung

Wie die Stadt weiter erklärt, habe die Städteregion zwei Wochen lang eine Verkehrszählung durchgeführt. Wenn die Ampeln abgebaut sind, sollen deren Ergebnisse zum Finden einer dauerhaften Lösung beitragen. Die Auswertung liegt noch nicht vor.

(jpm)
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