Streitfall Mühlenweg: Würselener UWG erinnert an Ampel-Lösung

Streitfall Mühlenweg : Würselener UWG erinnert an Ampel-Lösung

Das Thema Mühlenweg hat in den vergangenen Wochen noch einmal ordentlich an Fahrt aufgenommen. Sogar eine Bürgerversammlung zog der Zwist um die Straße jüngst nach sich.

Wohl unter dem Eindruck der dort recht emotional geführten Debatte erinnert Würselens UWG-Fraktion an einen Vorschlag, mit dem sie sich bereits im vergangenen Jahr eingebracht hat: die Einrichtung einer Ampelschaltung.

Wer den Mühlenweg auf Würselener Seite in Augenschein nimmt, gewinnt den Eindruck, sich in einer reinen Anwohnerstraße zu befinden. De facto hat er sich über die Jahre allerdings zu einem beliebten Schleichweg entwickelt, denn er führt nach Herzogenrath. Erschwerend hinzu kommt, dass das Sträßchen auch noch stark abschüssig ist, schließlich führt es ins Wurmtal. Die Stadt Würselen würde die Straße daher für den Durchgangsverkehr gerne schließen, in Herzogenrath ist man dagegen. So bringt der Mühlenweg das Kunststückchen zustande, zugleich zu verbinden und zu entzweien.

Über besagte Ampel war im Würselener Stadtentwicklungsausschuss bereits im Dezember gesprochen worden. Die Interimslösung wurde zwar für gut befunden, jedoch bislang nicht umgesetzt, was die UWG natürlich nicht nachvollziehen kann. „Einige Anwohner wollen eine Totalsperrung, andere Anwohner wollen weiterhin freie Fahrt. Fronten entstehen! Jedoch muss Streit unter den Anliegern vermieden werden“, heißt es in einem Schreiben der Fraktion an Bürgermeister Arno Nelles, das auch unserer Zeitung zur Verfügung gestellt wurde. „Wir hatten den Eindruck, dass Sie nicht dagegen waren.“

Die UWG glaubt, dass eine Ampel, vor allem bei langer Rotphase, dem Mühlenweg für den Durchgangsverkehr genügend an Attraktivität nimmt, um das Problem zu entschärfen. „Zumindest versuchsweise sollte ein Test probiert werden“, etwa mit einer Baustellenampel, heißt es in dem Schreiben weiter.

Thema in kommender Ratssitzung

Stadtsprecher Bernd Schaffrath stellt auf Nachfrage fest, dass die Ampel keineswegs der Beschlusslage entspreche. Die Lösung werde dementsprechend auch nicht umgesetzt, so lange der Rat nicht anders entscheide. Die Verwaltung verfolge weiter ein Durchfahrtsverbot, um den Belangen der Anwohner gerecht zu werden. „Für die kommende Ratssitzung wird derzeit eine Vorlage erstellt, in der die Ergebnisse der Offenlage dargestellt werden und die Einziehung eines Stückes Mühlenweg vorgeschlagen wird“, so Schaffrath weiter.

Die nächste Ratssitzung steht am 9. Juli, 18 Uhr, an.

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