Städtisches Gymnasium Würselen: Anzeichen für Neubau verdichten sich

Städtisches Gymnasium Würselen : Anzeichen für Neubau verdichten sich

Die Fraktionen von SPD und FDP streben einen Neubau des Städtischen Gymnasiums Würselen an. Das teilten die Vorsitzenden der beiden Fraktionen, Christoph Küppers und Hans Carduck, am Montag im Rahmen eines Pressegesprächs mit.

In beiden Parteien ist man mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass ein Neubau gegenüber einer Sanierung die ökonomischere Lösung wäre.

Dass das Gebäude sanierungsbedürftig ist, ist schon seit Jahren bekannt und stellenweise kaum zu übersehen. Die Schulgemeinschaft wartet händeringend darauf, dass im Rathaus Nägel mit Köpfen gemacht werden – und hat zur Kenntnis genommen, dass sich tatsächlich etwas bewegt. „Wir sind eingetreten in Phase 0“, sagte Schulleiter Frank-Michael Becker im Juni zu unserer Zeitung. Offen war bis dato, ob es mit einer Sanierung wirklich getan ist.

Drei Argumente für den Neubau

Die Variante Neubau hatten SPD und FDP im April ins Gespräch gebracht, und das aus drei maßgeblichen Gründen. Erstens war da die Kostenschätzung von – Stand damals – stolzen 23 Millionen Euro für eine Sanierung. Zweitens war da die Erkenntnis, dass zeitgemäßer Unterricht in dem alten Gebäude eigentlich nicht mehr möglich ist, woran auch eine Sanierung nichts Grundlegendes ändern würde. Und drittens zeichnete sich an der Krottstraße ab, dass der Bau der neuen Gesamtschule, für den eine sogenannte Öffentlich-private Partnerschaft mit der Firma Goldbeck eingegangen worden ist, im vorgesehenen Zeitrahmen absolviert sein würde. All das bewog SPD und FDP dazu, die Prüfung eines Neubaus für das Gymnasium zu beantragen.

Die Stadtverwaltung hat der Politik dazu zwar bislang kein Ergebnis vorgelegt. Weil die Kostenschätzungen für die Sanierung sich mittlerweile aber sogar deutlich in Richtung 30 Millionen Euro bewegen, kann man sich in Kreisen von SPD und FDP schlechterdings nicht mehr vorstellen, dass dies noch eine vernünftige Lösung sein kann. Zum Vergleich: Die neue Gesamtschule hat 25,7 Millionen Euro gekostet. „Bei einem Neubau lassen die Kosten sich zuverlässiger kalkulieren“, sagt Christoph Küppers. „Zudem ist ein Umbau im Bestand langwierig und für die Schulgemeinschaft sehr anstrengend.“

Wenn nun tatsächlich neu gebaut werden sollte, käme der Stadt entgegen, dass die alte Gesamtschule leer steht und zur Überbrückung genutzt werden könnte, während das Gymnasium – exklusive Aula, Mensa und Sporthalle – abgerissen würde. Ob das neue Schulgebäude ebenfalls im Rahmen einer ÖPP verwirklicht werden soll, sei zu prüfen. Die ersten Ausschreibungen könnten im Frühjahr folgen, der Neubau des Gymnasiums soll noch vor den Kommunalwahlen beschlossene Sache sein, hofft Küppers.

Gemeinsame Sache

Die Einigkeit zwischen SPD und FDP bezieht sich nicht nur auf die Zukunft des Gymnasiums, sondern auch auf die Kommunalwahl 2020. Wie Küppers und Carduck im Rahmen des Pressegesprächs bekannt gaben, will man den Wahlkampf gemeinsam bestreiten. Im Rat hat man sich ja im Laufe der aktuellen Legislaturperiode zusammengetan. „Wir pflegen eine gute Kommunikation, der Umgang ist offen und ehrlich, und die SPD zeigt sich aufgeschlossen unseren Ideen gegenüber“, sagt dazu Hans Carduck. Ob nach der Kommunalwahl eine Koalition eingegangen wird, darüber entscheidet freilich das Wahlergebnis.

SPD und FDP haben sich mit Blick auf die Wahlkampfthemen darauf verständigt, keine großen neuen Fässer aufzumachen. Stattdessen wolle man zu Ende führen, was man in den vergangenen Jahren begonnen hat. Neben dem großangelegten Update für die Schullandschaft sind da vor allen Dingen das Singer-Gelände und das von den Vereinen fast im Wochentakt angemahnte Sportstättenkonzept.

Hinsichtlich der Sportstätten kündigten Küppers und Carduck an, „Druck“ auf die Verwaltung ausüben zu wollen, damit endlich die erforderlichen Gutachten in Sachen Lärmschutz und Verkehr vorgelegt werden können. Und hinsichtlich der Singer-Brache wollen die beiden Fraktionen darauf hinwirken, dass noch in diesem Jahr die Satzung beschlossen wird. Baubeginn könnte dann im Frühjahr sein.

Mehr von Aachener Zeitung