Springturnier des Reiterverein Würselen 2019: Vorbereitungen laufen

Reiterverein Würselen : Vorbereitungen für das Springturnier laufen auf Hochtouren

Andre Uphoff prüft kurz, ob die kleine Maleika ihr Schulpony richtig gesattelt hat. Judith Reuber erklärt der zierlichen Martha, warum der Schweif ihres Vierbeiners während des Reitens nicht zum Zopf geflochten sein sollte. „Wenn das Pferd mit dem Schweif schlägt, wirkt das wie ein Peitschenschlag.“

Die junge Dame nickt und versteht. Ihre Schulunterrichtseinheiten haben Uphoff und Reuber, die Pächter des Teuterhofs im Wurmtal, seit einiger Zeit umgestellt. Nur noch kleine Gruppen mit intensiverem Unterricht, das kommt besser an als großen Gruppen, die nichts als in der Abteilung laufen. Gerade ist der ganze Stall in Erwartung des jährlichen Turniersommers, den der Besitzer der Anlage, der Reiterverein Würselen, ausrichtet.

Alle helfen mit, die Anlage auf Vordermann zu bringen. Der Verein hat dem Gemäuer einen frischen Anstrich verpassen lassen, die Pächter gehen dem aus vielen Ritzen sprießenden Unkraut an den Kragen. Reuber und Uphoff sind nun seit acht Jahren als Reitlehrer, Bereiter und Stallbetreiber vor Ort. Mit ihnen ist der Teuterhof bunter geworden: Zwei Hunde und ein Kätzchen sind eingezogen.

Das Pächterpaar bietet alles an, was das Reiter- und Pferdebesitzerherz begehrt, wobei sich Judith Reuber auf die Dressur konzentriert, Andre Uphoff aufs Springen. Beide sind gelernte Bereiter und haben bei ihren Ausbildern, Dirk Linden und Sabine Rueben in Reubers Fall und Eric Ceulemans sowie Altrogge/Terbrack in Uphoffs Fall, ein gutes Rüstzeug erhalten.

Dressur unter Flutlicht

Schulstunden finden von Montag bis Samstag statt. Außerdem kümmern sich Reuber und Uphoff in Eigenregie um die rund 30 eingestallten Pferde am Teuterhof. Ein paar mobile Boxen haben sie vorne direkt am Eingang selbst platziert. „Vorher war die Zahl der Boxen aus wirtschaftlicher Sicht für uns grenzwertig. Da wir auch Beritt anbieten, können wir einem interessierten Züchter schlecht sagen, in einem halben Jahr wäre vielleicht eine Box frei, dann hat der sich schon lange anders orientiert. So passt es jetzt aber prima. Wir müssen es ja immer noch selbst gestemmt bekommen“, erklärt Uphoff.

Die Versorgung mit Stroh, Heu und Futter, die Mistentsorgung und alles, was rund um den Betrieb anfällt, liegt in der Verantwortung des jungen Paares, die sich am Teuterhof, so könnte man etwas flapsig sagen, „sauwohl“ fühlen. „Wir haben ein harmonisches Klima hier, unsere Einstaller fühlen sich wie zu Hause. Beim Grillen sind alle da, es ist wirklich familiär bei uns.“ Wünsche haben die beiden Pächter allerdings auch, so würde sich Judith Reuber freuen, wenn sie den Eltern ihrer Reitschüler einen Aufenthalt während der Schulstunden ihrer Kinder bieten könnte. Vor allem im Winter kauern sich die Eltern am Halleneingang und frieren. Mal sehen, was der Anlagenbesitzer, der Reiterverein Würselen, da tun kann.

Zunächst aber steht die Vorfreude aufs Turnier im Vordergrund. Am Springwochenende wird Andre Uphoff mit mehreren Pferden seiner Kunden in verschiedenen Prüfungen starten. Judith Reuber bereitet sich am Dressurwochenende auf die schwere Dressur am Freitag vor. Wenn es gut läuft, wird sie auch bei der Flutlichtdressur am Samstag dabei sein, für die sie sich jedoch qualifizieren muss. Am Sonntag sattelt sie noch einmal für die M-Dressur.

Das Springturnier des Reiterverein Würselen 1925 findet von Freitag bis Sonntag, 12. bis 14. Juli, auf dem Teuterhof statt. Beginn ist Freitag um 11.30 Uhr, Samstag um 8.30 Uhr und Sonntag um 8 Uhr. Es werden Prüfungen vom Führzügel-Wettbewerb bis zur schweren Klasse angeboten, letztere am Samstag und Sonntag. Der Eintritt ist frei, der Verein freut sich über Gäste. Zwei Wochen später, vom 26. bis 28. Juli, folgt das Dressurturnier mit S-Kür unter Flutlicht am Samstagabend.

(ust)