SPD lädt zum Vortrag „Ein gelungener Ganztag: Gut. Gerecht. Gesund.“

SPD lädt zum Vortrag : Das Interesse an der Veranstaltung ist noch ausbaufähig

SPD lädt zum Vortrag „Ein gelungener Ganztag: Gut. Gerecht. Gesund.“ ins Alte Rathaus in Würselen. Rund zwanzig Bürgerinnen und Bürger sind gekommen.

Mittwochabend lud die SPD zu Vortrag und Diskussion ins Alte Rathaus in Würselen ein. Thema war die Zukunft der Offenen Ganztagsschule. Auf den Impulsvortrag „Ein gelungener Ganztag: Gut. Gerecht. Gesund.“ der Landtagsabgeordneten Eva-Maria Voigt-Küppers folgte eine Podiumsdiskussion Voigt-Küppers mit der Geschäftsführerin des Vereins Betreute Grundschulen Stefanie Koszucki und Rudi Bertram, Bürgermeister der Stadt Eschweiler.

„Es ist heute in Nordrhein-Westfalen der Fall, dass Ganztag Glückssache ist“, machte Eva-Maria Voigt-Küppers einleitend klar. Die Qualität der Bildung beziehungsweise des Ganztages sei nicht nur von der jeweiligen Kommune, sondern auch vom sozialen Status der einzelnen Familie abhängig. „Das widerspricht ganz klar der Landesverfassung!“, erklärte Voigt-Küppers. „Zukunft“, so die Landtagsabgeordnete weiter, „darf nicht von Herkunft abhängig sein, haben wir als Sozialdemokraten immer gesagt!“ Sie habe klare Vorstellungen, welche Veränderungen erfolgen müssten, um einen guten und gerechten Ganztag zu ermöglichen. Wieso dies so wichtig sei? Die Ganztagsschule sei „das probate Mittel, um Bildungsungerechtigkeiten abzubauen und Integration und Inklusion zu fördern“, erläuterte Voigt-Küppers.

Eine der zentralen Forderungen ihrer Partei sei, dass das Konzept des Ganztages einen Bildungsauftrag erhält. Voigt-Küppers erklärte, wieso: „Es handelt sich bei dem Ganztag um ein Bildungsangebot – kein Betreuungsangebot!“ Durch den Bildungsauftrag würden die Kernzeiten der Offenen Ganztagesschule für Eltern kostenfrei. Apropos Kernzeiten: diese müssten, genau wie räumliche Qualitätsstandards, klar geregelt sein. Außerdem sollen laut den Forderungen der SPD die Zusammenarbeit von Schulen und Trägern der Ganztagesbetreuung verstärkt und Träger stärker in die Schulstrukturen eingebunden werden. „Außerdem braucht es sichere und gute Arbeitsverhältnisse und es muss dafür gesorgt werden, dass mehr Fachkräfte ausgebildet werden!“, so Voigt-Küppers weiter.

Sowohl der Vortrag Voigt-Küppers als auch die anschließende Diskussion machten die diversen Forderungen der SPD deutlich. Und auch, dass es der Landtagsabgeordneten wirklich dringliches Anliegen ist, den Ganztag einheitlicher und vor allem besser zu machen. Wirklich konkrete Vorschläge waren jedoch rar. Zudem kommt vielen das parteiliche Engagement zu spät. „Dass der Ganztag erst so spät als wichtiges Thema von der Politik erkannt wurde, ist ein Armutszeugnis – auch der SPD!“, beklagte beispielsweise ein Zuschauer brüskiert.

Als eine Zuhörerin fragte, wie denn etwas konkret bewegt werden könne, verwies Voigt-Küppers vorsichtig auf das damalige starke Engagement der Elternschaft, als sich für das achtjährige Gymnasium, kurz G8, stark gemacht wurde. Allerdings zeigte die Veranstaltung selbst doch eigentlich an, dass gerade nicht die Eltern, sondern die Politik unter Zugzwang steht. Ein wirklich wichtiges Thema sei die Ganztagsschule, sagte Voigt-Küppers anfangs.

„Deshalb müsste der Saal heute Abend voll sein“, sagte zu späterem Zeitpunkt Bertram. Gekommen waren rund zwanzig Bürgerinnen und Bürger. Dass sich beim Thema des Abends wenig tut, liegt wohl also weder allein an der Politik noch dem Wähler.

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