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Bardenberger Heimatverein: Ortsgeschichte den Menschen näher bringen

Bardenberger Heimatverein : Ortsgeschichte den Menschen näher bringen

Mit bereits über 20 Schautafeln dokumentiert der Bardenberger Heimatverein an historischen Gebäuden die lange und auch wechselvolle Geschichte des „Dörfleins an der Wurm“.

Jetzt kamen gleich zwei neue Tafeln hinzu, auf denen interessierte Passanten reichlich Informationen über die jeweiligen Gebäude nachlesen können.

So gibt es seit diesen Tagen eine entsprechende Schautafel an der „Alten Schule“ gleich neben dem Eingang, die jetzt von gleich einer ganzen Reihe von Aktiven des Bardenberger Heimatvereins unter der Führung der beiden Vorsitzenden Thomas Havers und Hilde Marie Bergrath enthüllt wurde. Darauf ist unter anderem nachzulesen, dass der Bau der Schule ab 1904 ganze drei Jahre dauerte und damals stolze fast 70.000 Mark verschlang. Bis 1982 wurde das Gebäude als Schule genutzt, ab da dann im Erdgeschoss als Jugendzentrum Nautilus und in den oberen Etagen als Vereinshaus. 2013 dann die überraschende Schließung wegen Einsturzgefahr des Dachstuhls. Ganze sechs Jahre dauerte es, bis das Vereinshaus schließlich im Dezember 2019 endlich wiedereröffnet wurde.

Die zweite und damit inzwischen 23. Schautafel brachte der Bardenberger Heimatverein in der Dorfstraße am historischen Gebäude von Peter Mintmans an. 1801 wurde das Haus bereits erbaut, damals schon als Gasthaus mit angrenzender Landwirtschaft (wurde im Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut). 1856 passierte dann genau in diesem Haus historisches, die (Wurm-) Knappschaft eröffnete hier ihr erste Krankenhaus in ganz Deutschland, zunächst mit gerade einmal acht Betten.

1856 war das Gebäude nach gleich mehreren Erweiterungen des Pflegebetriebs dann endgültig zu klein geworden und die Knappschaft verlagerte ihre Aktivitäten auf die gegenüberliegende Straßenseite in ein ehemaliges Verwaltungsgebäude, ehe man 1904 das jetzt bekannte „Stammhaus“ am Böckler-Platz baute. Das Haus an der Dorfstraße wurde derweil wieder als Gasthaus genutzt, zunächst von der Familie Kolberg, ab 1939 von der Familie Blaschek. 1953 übernahm die Familie Mintmans das historische Haus, welches bereits 1958 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Zunächst führe die Familie Mintmans, die heute noch Eigentümer des Hauses ist, die Gastwirtschaft selbst, ab 1975 bis 2009 kamen verschiedene Pächter „zum Einsatz“.

Erst 2016 erfolgte dann die „Wiederbelebung“ der Parterre. Optikermeister Thomas Becker zog nach aufwendigen Umbaumaßnahmen ein und sorgt so für reichlich Leben im altehrwürdigen Gebäude.

(fs)