Oldtimer bei der Feuerwehr Würselen

Seltenes Jubiläum bei der Feuerwehr Würselen : Der feuerrote Schlauchwagen ist seit 50 Jahren im Dienst

Ein seltenes Jubiläum gibt es bei der Freiwilligen Feuerwehr Würselen: Stehen sonst eher verdiente Feuerwehrleute als Jubilare im Fokus, so ist es nunmehr ein Einsatzfahrzeug.

„Der Schlauchwagen der Würselener Wehr steht im Juli diesen Jahres genau 50 Jahre ohne Unterbrechung im aktiven Feuerwehrdienst“, erklärt Patrick Ameri, Leiter der Feuerwehr Würselen.

Damit ist der „SW“, wie er bei seiner Einheit, dem Löschzug Würselen-Mitte, genannt wird, sicherlich eines der dienstältesten Feuerwehrfahrzeuge in Nordrhein-Westfalen.

„In der Regel werden die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren spätestens nach 25 bis 30 Dienstjahren durch modernes Gerät ersetzt“, sagt Ameri. Der Grund für die lange Dienstzeit des imposanten Rundhaubers liegt darin, dass es sich um ein Sonderfahrzeug handelt, das in der Regel erst ausrückt, wenn bei einem Einsatz die Löschwasserversorgung über längere Distanzen sichergestellt werden muss, also zum Beispiel bei einem Waldbrand. Dazu führt das Fahrzeug 2.000 Meter Schlauchmaterial mit sich, das während der Fahrt verlegt werden kann. Die Inanspruchnahme des Fahrzeugs und dessen Verschleiß liegen daher deutlich unter dem Durchschnitt.

Das zeitweise beim Löschzug Bardenberg stationierte Fahrzeug wurde dort einmal in Eigeninitiative restauriert, sodass die regelmäßigen TÜV-Abnahmen stets problemlos gemeistert werden konnten.

„Trotz des Baujahres 1969 bietet der mit Allradantrieb ausgestattete Schlauchwagen der Marke Mercedes-Benz, Typ 1113, im Prinzip heute noch zuverlässig arbeitende Technik, auch wenn er zwischenzeitlich optisch etwas aus der Zeit gefallen zu sein scheint“, sagt Ulrich Grossmann, der zuständige Zugführer des Löschzuges Würselen-Mitte.

Ein Blick in die Fahrzeugakten zeigte, dass das Gefährt seinerzeit durch die Berufsfeuerwehr des Landkreises Aachen, Wache Würselen, Oppener Straße 111-115, neu beschafft wurde und in seinen 50 Dienstjahren zahlreiche interessante Entwicklungen am Standort Würselen „miterlebt“ hat.

Die Würselener Stadthistoriker Rolf Rüland – zudem Vorsitzender des Fördervereins des Löschzuges Würselen-Mitte – und Achim Großmann, Vorsitzender der Geschichtswerkstatt Würselen wollen die Geschichte de Fahrzeugs genau unter die Lupe nehmen.

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