Lebensfreude beim Tag der Kulturen in Würselen

Tag der Kulturen in Würselen : Hand in Hand machen alle gerne mit

Ansteckende Lebensfreude prägt den Tag der Kulturen auf dem Morlaixplatz in Würselen. Eine Aufgabe steht noch an: Der Integrationsrat soll aktiviert werden.

Schon von weitem klingt der eingängige Refrain von „Live is life“ ums Rathaus. Beim genaueren Hinhören heißt es aber eben nicht so, wie die Band Opus den Song bekanntgemacht hat, sondern titelt der Refrain „Hand in Hand“ – so ist der „Tag der Kulturen“ überschrieben. Für den Morlaixplatz gibt es an diesem Tag nur ein zutreffendes Eigenschaftswort: bunt. Bunt ist das Bühnenprogramm, bunt die Ideen, die gerade für die vielen Kinder verwirklicht wurden, bunt die kleinen und großen Leute selbst, die zum Tag der Kulturen kommen.

Jürgen Hohlfeld, Vorsitzender des Förderkreises Asyl, weiß, wie viele Monate Vorbereitung dem Fest vorausgegangen sind. Doch die ansteckende Freude, die die Mitwirkenden auf der Bühne versprühen, die die Kinder ausstrahlen, die lachend Hoola-Hoop-Reifen schwingen oder einen Diabolo in den Himmel werfen, steckt an. Hohlfeld ist ergriffen.

Der „Tag der Kulturen“ findet zum dritten Mal statt. Inzwischen ist das Fest gewachsen, zu einer Institution geworden. Hohlfeld und Mitorganisatorin Catrin Renzelmann, Geschäftsführerin des Vereins Türöffner, schütteln am laufenden Band Hände, grüßen zwischen Gesprächen immer wieder Neuankömmlinge. Auf der Bühne heizen Pelin Yigit und Ivy Owusu-Dartey ein. Sie machen Lust auf das, was kommt, und sorgen für den passenden Beifall nach der jeweiligen Darbietung.

Heizte allen ein: Sängerin Dianka holte sich auch den einen oder anderen Zuschauer nach vorne. Foto: Ute Steinbusch

Ob die Rasselbande der Caritas, eine integrative Musikgruppe, die Kleinsten vom Familienzentrum LebensSpielRaum oder Lawless Crew, eine HipHop-Tanzgruppe junger Männer aus Würselen – für alle Besucher ist etwas dabei. Sängerin Dianka holt sich bei ihrem Auftritt Menschen aus dem Publikum, die mittanzen. Die Rhythmen ihrer Band Babylon Tamam berühren und machen Lust mitzumachen. Zwischendurch die Fahnenschwenker von Markt-Preck als heimisches Brauchtum, gefolgt von der türkisch-kurdisch-syrischen Zarah-Band oder dem russischen Geiger und Sänger Rauf Bermann: Beim Fest der Kulturen kommt alles an. Die internationale Klasse des Gymnasiums Würselen fordert das Publikum auf, Sprachen zu erraten: Persisch, Slowakisch, Griechisch, hätten Sie’s erkannt?

Hohlfeld blickt auf die riesige Zahl derer, die sich in verschiedenster Form für das Fest engagieren, jeder so, wie er kann. Renzelmann stellt derweil ein wichtiges Ansinnen des Tages heraus: den Integrationsrat der Stadt Würselen, der momentan wegen zu wenig Aktiver nicht geschäftsfähig ist. Das soll sich bald ändern, das hat sich der Türöffner-Verein auf die Fahnen geschrieben.

Lebensfreude pur: Der Verein Türöffner präsentierte orientalischen Bauchtanz. Foto: Ute Steinbusch

Stadt Würselen, der Verein Jugendhilfe Würselen, Aktion Mensch, Integrationsrat und Städteregion: Ohne Sponsoren wie diese käme ein Fest wie dieses nicht zustande. Bürgermeister Arno Nelles als Schirmherr und Christiane Karl von der Städteregion machen ihre Aufwartung und betonen, dass die offene Gesellschaft das einzige Modell mit Perspektive ist. „Dass so ein tolles Fest hier stattfinden kann und sich so viele Menschen dafür engagieren, stimmt mich positiv für die Zukunft“, erklärt Nelles. Fünf Stunden Weltkulturprogramm auf dem Morlaixplatz – fünf Stunden Lebensfreude pur.

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