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Internationaler Frauentag: Kino, Musik und Literatur stehen auf dem Programm in Würselen

Internationaler Frauentag : Kino, Musik und Literatur stehen auf dem Programm in Würselen

Der 8. März steht für die Gleichberechtigung von Frauen in der Gesellschaft. Anlässlich dieses Tages wird erinnert, diskutiert, gefeiert und Forderungen zur Gleichstellung der Frauen aufgestellt.

Erstmalig wurde der Internationale Frauentag am 19. März 1911 begangen. Zwischen 1933 und 1945 wurde er aufgrund seines sozialistischen Ursprungs abgeschafft. In Westdeutschland rückte er in den 60er Jahren stärker ins Bewusstsein. 1977 beschloss die UN-Generalversammlung, den 8. März als internationalen Frauentag anzuerkennen.

In Deutschland ist der Internationale Frauentag nur in einem einzigen Bundesland gesetzlicher Feiertag und zwar seit 2019 in Berlin, weltweit ist er in insgesamt 26 Ländern gesetzlicher Feiertag. In der Zwischenzeit ist zwar viel erreicht worden, aber nach wie vor stehen die Forderungen von Frauen nach Gewaltfreiheit, wirtschaftlicher Unabhängigkeit, Entgeltgleichheit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders im Mittelpunkt. Das Programm in Würselen wird organisiert von der Gleichstellungsstelle der Stadt Würselen, vom Frauen-Plenum, dem Metropolis-Filmtheater und dem Verein Türöffner:

Das Metropolis-Kino im Alten Bahnhof Würselen, Bahnhofstraße 165, zeigt am Freitag, 6. März, 20 Uhr, den Film „Und der Zukunft zugewandt“ von Bernd Böhlich. Das erste, was die junge Kommunistin Antonia Berger (Alexandra Maria Lara) 1952 bei der Einreise in die DDR vom Funktionär Silberstein (Stefan Kurt) hört, ist: „Wahrheit ist das, was uns nützt“. Denn nichts soll den Aufbau einer neuen, viel besseren Welt stören. Im kleinen Fürstenberg wird sie von der sozialistischen Kreisleitung gebührend in Empfang genommen, man kümmert sich um ihre sterbenskranke Tochter, teilt ihr ihre eigenen vier Wände zu und eine Arbeit.

In der Sowjetunion hat Antonia schwere Zeiten verbracht, so wurde sie von ihren eigenen Genossen zu Unrecht verurteilt und gefangen genommen. Nun schöpft sie nach all den Jahren endlich wieder Hoffnung. Als sie sich dann auch noch in den jungen Arzt Konrad (Robert Stadlober) verliebt, scheint das Glück perfekt. Doch für ihr neues, viel schöneres Leben soll sie einen hohen Preis zahlen: Von ihrer schweren Zeit in der Sowjetunion darf niemand erfahren, denn die Wahrheit könnte die noch junge, zerbrechliche Nation ins Wanken bringen. Antonia wird Teil des Aufbruchs in eine neue und bessere Welt und wird doch stets mit einer Vergangenheit konfrontiert, die nie die ihre war. Der Eintritt beträgt sechs Euro inklusive einem Sekt (nur für die Frau).

Im Saal im Kulturzentrum Altes Rathaus, Kaiserstraße 36, findet am Samstag, 7. März, 19.30 Uhr, das Konzert Sanaz & Friends statt. Sanaz‘ Lieder und Gedichte gehen unter die Haut. Sie handeln von Sehnsucht: Nach Liebe, Freiheit, Selbstbestimmung. Mal mit sanfter, mal mit starker Stimme, doch immer eindrücklich, immer provokant, trägt die Dichterin und Sängerin ihre mystischen Texte vor.

Texte, die sie auch vertont und zusammen mit ihrem Repertoire an türkischen und aserbaidschanischen Volksliedern gemeinsam mit ihren Musikern vorträgt. Sanaz stammt aus dem aserbaidschanischen Gebiet des Iran. Die zum Schweigen gebrachten Frauenstimmen und die bedrohlichen Repressalien gegenüber einer kritischen, kreativen Frau veranlassten sie, 2008 ihre Heimat zu verlassen und nach einem zweijährigen Aufenthalt in Istanbul im Jahr 2010 nach Deutschland zu ziehen. Ihre Musikkarriere begann sie 2012 mit der Musikgruppe „Mah-e Manouche“, die 2017/18 den Förderpreis des Kultursekretariats Wuppertal gewann.

Bisher hat sie drei Gedichtbände in Farsi veröffentlicht, zwei davon („Die Geschicklichkeit begrenzter Buchstaben“, 2010, und „Der Gesang der Zeit“, 2012) sind ins Deutsche übersetzt.

Ihr neues Buch „Silhouette“ veröffentlichte sie zweisprachig in Deutsch-Farsi. 2019 startete sie ein neues Projekt, bei dem sie ihre eigenen Texte auf Persisch und Deutsch rezitiert und Lieder aus Persien, Aserbaidschan und der Türkei singt. Begleitet wird sie hierbei von Benjamin Stein an Oud, Baglama, Santoor und Tar, von Uwe Böttcher an Kontrabass, Geige und Bratsche und von Steffen Thormählen an den Perkussionsinstrumenten. Mehr Infos im Internet unter www.sanazzaresani.com. Der Eintritt beträgt zwölf Euro an der Abendkasse, sechs Euro ermäßigt. Vorverkauf: Gleichstellungsstelle Stadt Würselen, 02405/67-217, E-Mail silke.tamm-kanj@wuerselen.de.

Unter dem Motto „Genuss für Geist und Gaumen“ stellen am Sonntag, 8. März, von 10 bis 12.30 Uhr, im Kulturzentrum Altes Rathaus Würselen, Kaiserstraße 36, Frauen Bücher von Frauen vor. Der Eintritt zu der Frauenliteratur mit Frühstück beträgt 5 Euro.