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Würselens Finanzen: Hoffen auf weitere Millionen für Sanierung des Alten Bahnhofs

Würselens Finanzen : Hoffen auf weitere Millionen für Sanierung des Alten Bahnhofs

Die Sanierung des Alten Bahnhofs ist ein wichtiges, aber teures Sanierungsprojekt in Würselen. Ein neues Förderprogramm könnte die Stadt entlasten. Und was ist mit der Option kompletter Neubau?

Der geplante Teilabriss und die Sanierung des Alten Bahnhofs bleibt ein wichtiges Projekt für die Stadt Würselen, das in den vergangenen Tagen eine neue Dynamik bekommen hat. Da die Kosten für den Gymnasium-Neubau massiv gestiegen sind, schielt die CDU auf das altehrwürdige Gebäude, um bei dessen Sanierung eventuell Kosten zu sparen. In der Sondersitzung des Rates in der vergangenen Woche kam dieses Gedankenspiel aufs Tableau – ebenso in der regulären Sitzung am Dienstagabend.

Anlass der Debatte war die Bemühung der Verwaltung um ein weiteres Förderprogramm für die rund zehn Millionen Euro teure Investition. Denn die Bezirksregierung habe signalisiert, dass Würselen eventuell nicht die volle Städtebau-Fördersumme in Höhe von rund sieben Millionen Euro erhalten kann, weswegen die Behörde riet, weitere Drittmittel in Erwägung zu ziehen.

Indes gibt es davon nicht viele, die mit dem Projekt Alter Bahnhof kompatibel seien. Und Bürgermeister Roger Nießen dämpfte am Dienstagabend auch die Hoffnung, auf einen möglichen zusätzlichen Zuschuss in Höhe von drei Millionen Euro aus dem Fördertopf Sanierung kommunaler Einrichtungen für die Bereiche Sport, Jugend und Kultur. „Wir sollten nicht mit einer Zusage rechnen, weil dieses Bundesförderprogramm jedes Jahr überzeichnet ist“, sagte Nießen.

Der Antrag wird nichtsdestotrotz eingereicht, da die Frist am Freitag, 30. September, endet. Den Beschluss fasste der Rat einstimmig – die obligatorische, leidenschaftliche Debatte durfte allerdings wie so oft nicht fehlen. Dafür war der in der Vorwoche in den Raum geworfene eventuelle Komplettabriss und -neubau verantwortlich. Schon in jener Debatte stieß die Idee – insbesondere bei der Partei-Fraktion und der FDP – auf Widerstand. Fakt ist: Ein kompletter Neubau ist nicht förderfähig. Die CDU hält eine Kostenreduzierung um gut die Hälfte mit einem Neubau für möglich. Und eine zeitgleiche Nutzung des alten Volksschulgebäudes habe weiteres erhebliches Einsparpotenzial.

FDP und SPD wollen den Alten Bahnhof erhalten. Zudem sei es nach Bekunden der Sozialdemokraten wünschenswert zu prüfen, ob das Objekt den Denkmal-Status erhalten könne – mit historischen Gebäuden ist Würselen nicht gerade gesegnet. Bürgermeister Nießen war diesbezüglich verhalten, ja fast schon hörbar skeptisch, fragte er doch, ob man sich die „Bürde eines Denkmals auferlegen“ solle. Eine mögliche Diskussion darüber wäre außerdem zeitintensiv.

Für die CDU stand einer Zustimmung des Förderantrags nichts im Wege, nach Aussagen von Heiko Franzen sei es nichtsdestotrotz ratsam, bis zur Antwort auf den Antrag parallel eine Gegenüberstellung zu erarbeiten: Wie verhalten sich die Kosten für Sanierung und Neubau zueinander? Kämmerer Alexander Kaiser hält dies für einen sinnvollen, gangbaren Weg. „Wir können die Zeit bis zur möglichen Bewilligung gut nutzen“, sagte er.

Nach diesem Tagesordnungspunkt hat der Rat beschlossen, einen Förderantrag für dasselbe Programm ebenfalls für die Sanierung des Aquana zu stellen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro, von denen 1,6 Millionen gefördert werden könnten.