Großer Andrang beim Seifenkistenrennen in Oppen-Haal

Seifenkistenrennen in Oppen-Haal : Mal im Ferrari über die Haaler Straße brausen

Einmal mit einem Ferrari über die Haaler Straße fahren – diesen Traum erfüllten sich die Brüder Simon (12) und Florian (14). Seit Anfang des Jahres haben die beiden an ihrer roten Seifenkiste gebastelt, unterstützt von ihren Eltern und Großeltern – ein richtiges „Familienunternehmen“, wie sie sagen.

Dass sie am dritten großen Seifenkistenrennen wieder teilnehmen würden, das wieder gemeinsam organisiert wurde vom Oppen-Haaler-Jungenspiel, dem Löschzug Würselen-Mitte der Freiwilligen Feuerwehr und dem VfR Würselen, war für die beiden Jungs keine Frage.

Zum Auftakt waren die Kleinsten dran: Auf ihren Bobbycars gaben sie mächtig Fersengeld, um „Erster“ am Ziel zu sein. Foto: Wolfgang Sevenich

Insgesamt vermelden die Veranstalter einen neuen Rekord bei diesem ganz besonderen Event für die ganze Familie auf der Haaler Straße: „Diesmal sind in den drei Altersklassen insgesamt 72 Rennfahrer am Start“, freut sich die Vorsitzende des Jungenspiels, Annkatrin Reising, über das große Interesse an dieser tollen Veranstaltung für Groß und Klein im Ortsteil Oppen-Haal.

London lässt grüßen: Fabian Schwartz und Stefan Breuer vom Oppen-Haaler Jungenspiel präsentierten diesen super Doppeldecker. Foto: Wolfgang Sevenich

Dazu kommen die zwölf ganz Kleinen, die sich mit ihren Bobbycars ein ganz spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten – inklusive eines „Fehlstarts“, da die Kleinen ebenso wie ihre älteren Mitstreiter hochmotiviert an die Sache gingen.

Unzählige Zaungäste verfolgten auf der gesamten Rennstrecke vom Haaler Dreieck bis kurz vor den Kreisverkehr – gesichert von zahlreichen Streckenposten und vielen Strohballen – das bunte Geschehen. Anwohner bauten Bänke und Stühle auf und staunten nicht schlecht über die Kreativität der vielen Seifenkistenbauer.

Robert Esser, Redakteur des Medienhauses Aachen, moderierte mit großer Begeisterung die spannenden Rennen und informierte die Zuschauer über das Geschehen auf und neben der Rennstrecke und im Fahrerlager. Löschzugführer Ulrich Grossmann zog derweil im Hintergrund logistisch die Strippen. Der  organisatorische Aufwand, den Feuerwehr, Jungenspiel und Oppen-Haal mit rund 90 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern so kurz nach den Sommerferien bewältigten, war schon enorm. „Die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen funktioniert toll“, unterstreicht Reising. Hier werde das Motto „Gemeinsam sind wir stark“ vorbildlich gelebt.

Mit großer Begeisterung bei der Sache war auch der siebenjährige Simon. „Das hat wirklich viel Spaß gemacht“, meinte er kurz nach dem zweiten Durchgang. Etwas Lampenfieber hatte er schon, beim zweiten Lauf ging er aber schon routiniert auf die Piste. „Nächstes Jahr möchte ich auf jeden Fall wieder mitmachen!“, kündigte der kleine Rennfahrer an. Simons Vater Wolfgang Fritz findet das Seifenkistenrennen in Haal eine ganz feine Sache: „Wir wohnen hier und haben das Rennen in den vergangenen beiden Jahren beobachtet.“ Die Kiste sei ein Gemeinschaftsprojekt: „In der Kreativwerkstatt des Rheinischen Vereins in Baesweiler haben wir sie mit Langzeitarbeitslosen  bauen lassen. Von Mai bis Juli, dann haben wir sie nach Würselen geholt, vollendet, lackiert und noch mit optischen Highlights versehen!“ Nach zwei Probeläufen habe man, wie bei den Profis, dann noch Veränderungen vornehmen müssen.

In der Altersklasse 6 bis 11 Jahre  siegte schließlich Lars Erben vor Gereon Scheeren und Ben Hommerich.

Viel beachtet wurde auch der große rote englische Doppeldeckerbus vom Team Fabian Schwartz und Stefan Breuer vom Oppen-Haaler Jungenspiel. „Wir sind in diesem Jahr zum dritten Mal dabei. Die Idee dahinter ist: Einen Londoner Doppeldeckerbus sieht man in London, Aber nicht jeder war schon mal in London – und so ein Ding auf der Haaler Straße ist schon der Knaller!“, erklärte Stefan Breuer. Ein Sponsorenteam unterstützte die beiden, mehrere Wochen wurde gebaut. „Wir haben gestern Abend bis elf Uhr und heute Morgen ganz früh noch geschraubt, damit wir hier pünktlich zum Rennen eine fertige Seifenkiste stehen haben. Da steckt schon viel Arbeit hinter!“

Schlag auf Schlag ging der große Spaß am Nachmittag weiter; die einzelnen Seifenkisten wurden mit Feuerwehrwagen immer wieder zur Startrampe zurückgeschleppt. Die letzten Siegerehrungen waren am frühen Abend. Auch „prominente Rennfahrer“ gingen an den Start: so der Leiter der Würselener Feuerwehr, Patrick Ameri, und der Schirmherr und Beigeordneter Roger Nießen, als Fahrer der Sebastianusschule. Weitere Vereine, wie etwa der Erste Würselener Karnevalsverein und „Türöffner“ unterstützen die Organisatoren. Für beste Verpflegung war den ganzen Tag lang unter anderem mit Cocktailbar, Grillstand, Eisdiele, Kaffee- und Kuchenbuffet sowie Getränkestand bestens gesorgt. Kurzweil für die kleinen Gäste gab es überdies beim Kinderschminken, am Spieleanhänger und auf der Hüpfburg.

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