Heimatbühne Bardenberg: Für Hans Meeßen ist es immer noch eine Leidenschaft

Heimatbühne Bardenberg : Für Hans Meeßen ist es immer noch eine Leidenschaft

Hans Meeßen blickt auf 65 Jahre Mitgliedschaft im Theatervereinen von Bardenberg zurück und ist immer noch mit Leidenschaft auf der Bühne unterwegs. Jetzt übernimmt er wieder eine Hauptrolle.

65 Jahre Mitgliedschaft in einem Verein ist schon eine außergewöhnliche Leistung. Aber 65 Jahre auf den Bühnen der gesamten Region ein wahrer „Knaller“ zu sein, das dürfte schon eine wahrlich einmalige Leistung sein, die in diesen Tagen Hans Meeßen von der Bardenberger Heimatbühne vorweisen kann. Dabei hatte es eigentlich nie zu diesem Jubiläum kommen sollen, schon vor zwei Jahren hatte Hans Meeßen, der im Dezember stolze 80 Jahre alt wird, seinen Rücktritt von der Bühne verkündet.

Rücken freigehalten

Rücksicht auf seine Gesundheit und vor allem die Zeit mit seiner Frau Kathi wurden als Gründe genannt. „Ohne meine Frau hätte ich das nie machen können. Sie hat mir so viel ermöglicht, hat mir immer den Rücken freigehalten und so viel Verständnis für mein Hobby aufgebracht. Alleine dafür gebührt ihr alle Hochachtung und mein ganz großer Dank“, so Hans Meeßen. Glücklicher Weise für alle seine Fans – davon gibt es eine ganze Menge – und seiner Mitstreiter bei der Bardenberger Heimatbühne ließ er sich aber noch einmal überreden, auf die große Bühne zurückzukehren, und so gibt Hans Meeßen in diesem Jahr die Hauptrolle in „Enge es jecker wie d’r angere“.

Angefangen hat die Theaterlaufbahn von Hans Meeßen am 1. Januar 1955. Inspiriert durch seinen Vater Wilhelm, der selbst über 30 Jahre in Bardenberg und Umgebung auf den Bühnen aktiv war, trat der damals 14-Jährige der „Dramatischen Vereinigung Dilettantenfreunde“ bei. Dieser Verein hatte sich aus den vormals gleich drei Theatervereinen Bardenbergs formiert und umfasste gut 40 Männer.

Hans Meeßen im Jahr 1975 in „Nobless“. Foto: Wolfgang Sevenich

Im Übrigen war es noch lange Zeit nicht nur im Dörflein an der Wurm üblich, dass auch die weiblichen Rollen von Männern gespielt wurden. Schon im ersten Jahr seiner Zugehörigkeit glänzte Hans Meeßen auf der Bühne, seine natürliche Art auch schwierige Rollen glaubhaft ins Auditorium „zu tragen“, machte ihn schnell zu einem Publikumsliebling.

Immer ausverkauft

Zur damaligen Zeit wurden pro Jahr gleich zwei Stücke aufgeführt, im Frühjahr ein „ernstes“ Stück, im Herbst eine Komödie. Zur damaligen Zeit hatte der Theaterverein seine Heimstätte auf der Freilichtbühne der Burg Wilhelmstein. Die Aufführungen der im Volksmund genannten „Wurmtalgemeinschaft“ waren mit jeweils fast 1100 Gästen immer ausverkauft. „Leider war aber schon 1957 damit Schluss. Der damalige Besitzer und die Stadt konnten sich über einige Sachen nicht einigen und so wurde die Freilichtbühne gesperrt“, erinnert sich Hans Meeßen noch gut.

Was folgte war die erste große Krise der Dilettanten. In Ermangelung großer Säle zog man durch kleine Aufführungsstätten, die Gemeinschaft schrumpfte. „Später erst mit dem Saal Syben ging es wieder deutlich bergauf, noch später bekamen wir dann die jetzt bekannte Mehrzweckhalle zur Verfügung, das erleichterte den Spielbetrieb“, so Hans Meeßen. Für ihn selbst war inzwischen eine richtig schwere Zeit angebrochen, über zehn Jahre wohnte die Familie Meeßen in Hückelhoven, und damals war das Pendeln nach Bardenberg und dem Selfkant wahrlich nicht so einfach wie heutzutage. Hans Meeßen: „Noch dazu hatte ich Schichtdienst, da fiel der Probenbetrieb manchmal schon etwas abenteuerlich aus und meine Familie bekam mich selten zu sehen.“

Eine Chance auf eine Profi-Karriere auf der Bühne stellte sich ein, eine Filmproduktionsfirma war auf den quirligen Schauspieler aufmerksam geworden. Hans Meeßen: „Ich steckte inzwischen in meiner Meisterausbildung und musste mich entscheiden. Entweder der eher unsichere Weg auf die großen Bühnen oder die Sicherheit auch für meine Familie und ein wunderbares Hobby. Ich habe mich für die Sicherheit entschieden.“

Natürlich hat Hans Meeßen, der selbst immer für einen Spaß zu haben ist und gerne lacht, nicht nur so einige Höhen und Tiefen im Vereinsleben oder auch auf den Bühnen der gesamten Region hinter sich gebracht, sondern glänzte auch zum Beispiel in dem Stück „Der Meisterboxer“, an dessen Umsetzung sich nur ganz ganz selten eine Amateurbühne herantraut. Gleich mehrere Auszeichnungen wurden Hans Meeßen verliehen.

So bekam er unter anderem 2005 die Ehrenmedaille der Stadt Würselen und 2011 den Ehrenteller der Stadt Würselen. Hans Meeßen: „Aber auf jeden Fall muss man natürlich erwähnen, dass ich nur Erfolg haben konnte, weil ich immer gute und oft genug auch richtig gute Mitspieler hatte. Sonst hätte das gar nicht so lange klappen können und mir über so viele Jahre so viel Spaß gemacht.“

Vor einigen Jahren dann die zweite große Krise „seiner“ Dilettanten. Ein Teil der Spielgemeinschaft spaltete sich ab und die verbliebene Truppe – sie hatte in dieser schweren Zeit mit Hans Meeßen einen großen Rückhalt – gab sich den neuen Namen „Heimatbühne Bardenberg“.

Mitte März bis Anfang April

Und mit der steht Hans Meeßen von Mitte März bis Anfang April auf den Bühnen der Region in Bardenberg, Merkstein und Kohlscheid, wird sicherlich wieder mit seiner Spielfreude als wortgewaltiger Otto Ofenloch das Publikum begeistern. Da bleibt wirklich nur noch der Wunsch seiner Mitspieler: „Hoffentlich bleibt uns Hans Meeßen noch möglichst lange und gesund erhalten.“