1. Lokales
  2. Nordkreis
  3. Würselen

Erstattung der Beiträge: Eltern protestieren in Würselen erfolgreich gegen fehlende Kita-Betreuung

Erstattung der Beiträge : Eltern protestieren in Würselen erfolgreich gegen fehlende Kita-Betreuung

Der Würselener Jugendhilfeausschuss hat sich hinter die Eltern der Kinder in der Kita Wirbelwind gestellt. Sie sollen Geld zurückbekommen.

Die Eltern der Kinder der Kita Wirbelwind an der Morsbacher Straße in Würselen dürfen aufatmen. Nachdem sie sich über die monatelang prekäre Situation in der Einrichtung in Trägerschaft der AWO beschwert hatten, wird ihnen einen Teil der Elternbeiträge rückwirkend erstattet.

In der Sitzung Jugendhilfeausschuss am Dienstagabend wurde einstimmig beschlossen, 25 Prozent der Elternbeiträge für die vergangenen sieben Monate zurückzuzahlen. Der Beschluss gilt auch für „anschließende Zeiträume, in denen das Betreuungsangebot mindestens zehn Stunden unterhalb der vertraglichen Vereinbarung liegt“.

Grundlage ist die reduzierte Betreuungszeit seit Frühjahr aufgrund von krankheitsbedingten Personalausfällen, Kündigungen, Fachkräftemangel. Obwohl den Eltern vertraglich eine Betreuungszeit von 45 Stunden pro Woche zusteht, wurde diese auf 35 Stunden reduziert – bei voller Beitragszahlung. Eine konstante Betreuung konnte seit Mai nicht mehr gewährleistet werden. Deswegen haben sich die Eltern persönlich oder über die Elternvertretung an die Stadt gewandt und ihr Unverständnis geäußert.

„Es ist traurig, dass die Eltern erst wütend werden und an die Öffentlichkeit gehen müssen, damit der Situation in der Kita Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei hätte man auch selbst drauf kommen können, dass bei einer reduzierten Betreuungszeit vollständige Elternbeiträge nicht gerechtfertigt sind“, sagte Monique Kern (FDP). Der Jugendhilfeausschuss zeigte geschlossen Verständnis für die Situation der Eltern. „Leistungen, die nicht erbracht worden sind, können nicht in Rechnung gestellt werden“, betonte Balthasar Tirtey (CDU).

Die SPD zeigte auf, dass die nicht erbrachte Betreuung nur ein Teil eines großen Problems sei. „Neben der Beitragsgebühren sind aufgrund der fehlenden Betreuung auch Einkommensverluste bei den Eltern entstanden. In den Zeiträumen, wo die Betreuung – meist kurzfristig – weggefallen ist, konnten sie nicht ihre berufliche Tätigkeit vollständig ausüben“, sagt Eva-Maria Voigt-Küppers. Die Lage in der Kita Wirbelwind sei nur ein Beispiel für einen branchenübergreifenden „gewaltigen Personalmangel“, der nicht alleinig auf kommunaler Ebene zu lösen sei.

Der Vorstandsvorsitzende der AWO, Udo Zimmer, weist hingegen auf fehlende politische Grundlagen des Trägers hin, um die Eltern finanziell für die nicht in Anspruch genommene Zeiten zu entlasten. „Wir würden die Erstattung gern selbst vornehmen, aber aufgrund der Satzung und Gesetzeslage kann dies nur die Stadt“, sagt Zimmer und bat, dem Vorschlag zu folgen, was auch geschah.

Rechtlich ist die Stadt nicht dazu verpflichtet, die Elternbeiträge anteilig zu erstatten. Im Fall der Kita Wirbelwind sieht sie aber eine „Ausnahmesituation“. Nach Angaben der Verwaltung summieren sich die Wirbelwind-Elternbeiträge monatlich auf rund 6500 Euro, durch die rückwirkende Erstattung von 25 Prozent entsteht ein Betrag von insgesamt 13.000 Euro bis zum Jahresende.