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Neues Album: Christoph Birken mit 14 neuen Songs: „Endlich!“

Neues Album : Christoph Birken mit 14 neuen Songs: „Endlich!“

Nach neun Jahren legt Christoph Birken mit „Endlich!“ ein neues Album vor. Es ist das bisher siebte Album des Würselener Liedermachers (51), der mit „Durch die Nickelbrille gesehen“ (1989) vor gut dreißig Jahren seine ersten deutschsprachigen Chansons präsentiert und mit „Aix-la-la-Chapelle“ eine der meistgespielten Aachen-Hymnen geschrieben hat.

Der Albumtitel spielt auf das Ende dieser langen Wartezeit an. Gleichzeitig klingt das Thema „Endlichkeit“ an, das in den Liedern des Würselener Sängers schon immer eine große Rolle spielte. Aber nicht aus Trübsal oder Schwermut, sondern aus Liebe zum Leben, das zu kurz ist, um es mit den falschen Dingen zu vertun.

„Mach was draus“ gibt er seiner Tochter Carlotta denn auch mit auf den Weg, der ein Lied des Albums gewidmet ist. Und in einem anderen Lied fordert er sie dazu auf, ihm „Löcher in den Bauch“ zu fragen, weil Fragen Neugier auf das Leben bedeuten. „Fragen sind in der Regel intelligenter als Antworten“, weiß auch der Deutschlehrer Birken. „Das gilt umso mehr, je philosophischer die Fragen werden. Wer einfache Antworten auf die großen Fragen unseres Lebens hat, ist mir suspekt“, scherzt er.

Überhaupt: Die vierzehn neuen Songs sind ausnahmslos Liebeserklärungen an das Leben und an die Menschen, die mit ihm unterwegs sind oder waren. In einem Lied ist das Unterwegssein wörtlich zu nehmen: „John o‘ Groats“ erzählt von einer Erkundung der schottischen Highlands in einem R5, von engen Straßen, schroffen Klippen und schreienden Möwen, von Freunden für die Ewigkeit und von Freunden für die Dauer einer Reise.

In „Was für ein Aufbruch“ lässt Birken Schlüsselmomente der eigenen Biografie Revue passieren: große Ereignisse wie die Geburt des ersten Kindes genauso wie scheinbar Unbedeutendes wie das Öffnen einer Kellertür, hinter der eine Rockband probt. „Alles kann Aufbruch sein, vielleicht sogar der Tod“, meint Birken. „Gemeinsam ist allen Aufbrüchen, dass danach nichts mehr so ist wie davor.“

Ein Album von Christoph Birken wäre nicht vollständig, wenn es nicht auch gesellschaftskritische Töne anschlagen würde: „Gutmensch“ führt das meist als Schimpfwort gebrauchte Wort auf seine eigentliche Bedeutung zurück und wendet sich gegen den Zynismus rechter Sprachmuster. In „Auf der Flucht“ lenkt Birken den Blick von den Flüchtlingen auf uns selbst, wenn er fragt, ob wir nicht alle ständig auf der Flucht sind: vor unserem schlechten Gewissen, unseren Idealen, unserer Mitmenschlichkeit.

Dieses Spiel mit der Sprache und ihren Doppeldeutigkeiten, das Wörtlichnehmen von Redewendungen und Metaphern zieht sich als sprachliches Erkennungsmerkmal durch alle Songs des Albums. Und natürlich gibt es mit „So weit, so gut und so weiter“ und „Kein Weg zu weit“ auch wieder Liebeslieder, die ohne alle sprachlichen Klischees auskommen und zu Herzen gehen.

Auch musikalisch hat sich Christoph Birken für sein neues Album einiges einfallen lassen. Die Arrangements nehmen Anleihen bei Chanson, Folk, Latin und Rock, sind aber durch die Akustikgitarre und den Gesang von Christoph Birken miteinander verbunden und aufeinander bezogen.

Verglichen mit den Vorgängeralben ist „Endlich!“ insgesamt sicherlich moderner und „poppiger“ im Sound; es gibt mehr Uptempo-Nummern als Balladen. „Wichtig war mir bei dieser Produktion, keinerlei Sounds aus der digitalen Retorte zu verwenden, sondern ausschließlich echte Instrumente, von echten Menschen gespielt“, betont Birken. „Ich wollte ein in jeder Hinsicht authentisches Album abliefern.“

Natürlich waren Harald Claßen und Simon Kurtenbach, beide langjährige musikalische Weggefährten von Christoph Birken, bei den Aufnahmen im eigenen Studio mit von der Partie. Gerade Claßen, der in der Region hinlänglich bekannt sein dürfte, stellt auf dem Album seine Vielseitigkeit (Saxophon, Klarinette, Tin-Whistle, Akkordeon) und Klasse unter Beweis. „Harald ist längst ein Teil meiner Musik“, lobt Birken seinen Freund. Mit Markus Butz (Bass) konnte Birken sogar einen Mitstreiter aus der ersten gemeinsamen Schülerband für die Aufnahmen gewinnen.

In den drei Jahren der Arbeit am Album sind aber auch neue musikalischen Freundschaften entstanden, etwa zu Martin Hoffmann (Geige) vom Aachener Sinfonieorchester, George Syrmbos (Gitarre), Lasse Thoma (Kontrabass), Talal Mohrat (Percussion) oder Michael Müsseler (Gitarre). Besondere Highlights setzen nicht zuletzt die beiden Sängerinnen Annina Jansen und Joana Böhlen sowie die Kölner Musiker Martin Schädlich (Flügelhorn), Robert Söhngen und Alex Vesper (beide Schlagzeug).

Eigentlich waren diverse Auftritte zur Vorstellung der neuen CD geplant, die coronabedingt vorerst leider nicht stattfinden können, darunter ein Konzert im Alten Rathaus und ein Auftritt beim Ehrenamtsabend der Stadt Würselen auf Burg Wilhelmstein. „Sobald man uns lässt, werden wir das alles nachholen und das neue Programm auf die Bühne bringen“, verspricht Birken.

Einen Vorgeschmack auf das Album hatten bereits die Hörerinnen und Hörer von WDR 2: Bei der Aktion „Die beste Band im Westen“ belegte Christoph Birken mit seinem Lied „Auf der Flucht“ den zweiten Platz und erhielt darauf viele begeisterte Rückmeldungen.

„Endlich!“ ist bei sämtlichen Streaming-Diensten verfügbar und kann über die Website von Christoph Birken auch als CD bestellt werden. Die CD lohnt sich – natürlich vor allem wegen der Musik, aber nicht zuletzt auch wegen des sehr persönlich verfassten kleinen Booklets mit allen Songtexten, vielen privaten Fotos und persönlichen Worten. Weitere Infos unter: https://christophbirken.com

(ro)