Aktion in Würselen: Schüler der Grundschule gehen zu Fuß zur Schule

Aktionstage gegen „Elterntaxis“ : Grundschüler in Würselen gehen absichtlich zu Fuß zur Schule

Kinder des Grundschulverbundes Weiden-Linden in Würselen machen bei den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule“ mit. Elterntaxis sollen reduziert werden, damit der Schulweg sicherer wird und die Schüler selbstständiger.

Die Schüler des Grundschulverbunds Weiden-Linden beteiligen sich an den bundesweiten Aktionstagen des Deutschen Kinderhilfswerks und des Deutschen Verkehrsclubs „Zu Fuß zur Schule“. Die Einrichtung zeigt, wie viele andere Schulen auch, dass die sogenannten „Elterntaxis“, die bis vor den Schulhof fahren, nicht nötig sind, denn die können zum Sicherheitsrisiko werden. Daher bemühen sich Eltern und Kinder, zum Unterricht zu laufen.

„Das Ziel der Aktion ist, dass langfristig möglichst viele Kinder zu Fuß zur Schule kommen. Die Schüler sollen sich einerseits schon vor Unterrichtsbeginn bewegen und andererseits soll somit auch weniger Autoverkehr vor der Schule sein“, sagt die Schulleiterin Meike Wilop.

Das Verkehrschaos vor der Schule sei problematisch. Daher wird während der Aktionstage auch auf sogenannte „Laufhaltestellen“ aufmerksam gemacht. Das sind Treffpunkte unweit vom Schulgelände, zu denen Eltern ihre Kinder (wenn nötig) mit dem Auto bringen können. Von dort gehen dann alle gemeinsam begleitet von Eltern zur Schule.

Irene Charbath bringt ihren Sohn Alexander, der zur KGS Broichweiden geht, regelmäßig vor dem Untericht zu so einem Treffpunkt. Sie teilt sich mit zwei anderen Müttern die Begleitung von sechs Kindern aus der ersten und zweiten Klasse. Das hat sich bereits vor der Aktionswoche etabliert und soll weiter ausgebaut werden. Nicht nur für berufstätige Eltern ein gutes System, um die Kinder betreut in die Schule gehen zu lassen. Während der Aktionstage seien bisher in Hochzeiten rund 15 Schüler mitgelaufen.

Einige Kinder treffen sich jeden Morgen vor der Schule an einer Laufhaltestelle, um gemeinsam in Begleitung von Eltern zum Schulgebäude zu laufen. Foto: ZVA/Anne Schröder

Die Eltern kennen die Vorteile. „Die Kinder unterhalten sich und haben Spaß zusammen. Es ist wichtig, dass auch schon soziale Kontakte aufgebaut und gepflegt werden“, sagt Charbath. „Außerdem sollen die Kinder lernen, selbstständig zu werden und den Schulweg einüben, um irgendwann allein gehen zu können.“

Ellen Schenk, ebenfalls Mutter eines Kindes, das in der Gruppe mitläuft, sieht vor allem die Gefahr in der Schulstraße, also direkt vor dem Gebäude der Grundschule in Broichweiden. „Abgesehen von dem vielen Verkehr ist dort eine Ampel, bei der Linksabbieger und Fußgänger gleichzeitig grün haben. Das ist nicht optimal und kann für die Kleinen sehr gefährlich sein.“ Daher sei die Begleitung durch Erwachsene noch sehr sinnvoll. Auch Hilfe von Schülerlotsen wäre laut Schenk wünschenswert, da diese bisher an der Schule in Broichweiden noch nicht eingesetzt werden.

An der Schule angekommen, verweisen selbstgebastelte Schilder der Schüler auf ein Halteverbot hin. Jedes Kind sammelt zudem Laufstempel und führt ein Lauftagebuch. Außerdem haben Schüler ihre Fußabdrücke genommen und pro Klasse eine lange Papiergirlande gestaltet, die bei einem selbstgedichteten Zu-Fuß-zur-Schule-Lied, das alle Kinder stolz zu Wochenbeginn in der Aula singen, selbstbewusst in die Luft gehalten wird.

„Der Verkehr vor der Schule ist schon deutlich zurückgegangen“, zieht Schulleiterin Wilop eine Zwischenbilanz der Aktion, die von Montag, 23. September, bis Freitag, 4. Oktober, geht. Es haben sich schon einige Kinder den Laufgruppen angeschlossen und wollen nach der Aktion gemeinsam mit ihren Freunden die etwa zehn Minuten vom Treffpunkt zur Schule laufen.

Das Deutsche Kinderhilfswerk und der Deutsche Verkehrsclub wollen mit den Aktionstagen, die seit 13 Jahren besteht, erreichen, dass die Schüler selbstständig werden und Erfolgserlebnisse haben, wenn sie den Weg allein schaffen. Wenn die Elterntaxis wegfallen, lernen die Mütter und Väter nicht nur, loszulassen, sondern schonen auch gleichzeitig die Umwelt.

Mehr von Aachener Zeitung