Würselen: Kescherwechsel am „Sturmse Pool“

Kescherwechsel am „Sturmse Pool“ : Waltraud Glum folgt Hubert Beckers im Ehrenamt

Der Bardenberger Dorfteich an der Kirchenstraße, im „Baadebärjer Platt“ auch nach seinem früheren Pächter „d’r Sturmse Pool“ genannt, kann mit Sicherheit zu den Wahrzeichen des Ortes gezählt werden.

Einst umschloss ein Wassergraben die Urzelle Bardenbergs, das Gut Steinhaus. Das letzte davon verbliebene Teilstück gleich neben der großen Toreinfahrt hat in den letzten Jahrzehnten auch oft den Beinamen „Entenpool“ getragen.

Um Kleinod gekümmert

Lange Zeit hatte sich Peter Schüller in Absprache mit dem Bardenberger Heimatverein ehrenamtlich um das Kleinod gekümmert, später stieß Hubert Beckers dann dazu. Beide sorgten sich durch Herausfischen von Fremdkörpern, Wasserwechsel, den Einbau von sauerstofffördernden Pumpen und Sprudlern, aber auch das Anbringen von Hinweistafeln und unzählige Aufklärungsgespräche um den schönen Flecken Bardenbergs.

Zusätzlich zu Fischen und Schildkröten wurden Enten angesiedelt, daher der spätere Spitzname. Aber die beiden waren nicht nur am Kescher ein prima Team, auch auf der Karnevalsbühne machten sie als „Entenväter“ eine prima Figur.

2010 wurde Peter Schüller und Hubert Beckers als Anerkennung ihrer ehrenamtlichen Arbeit der „Wöschelter Düvel“ der Stadt Würselen verliehen. Inzwischen ist vor einigen Jahren Peter Schüller verstorben und Hubert Beckers kümmerte sich alleine um den Teich. Wohl auch durch die gestiegene Präsenz von freilaufenden Katzen und vielleicht auch Mardern sind die Enten inzwischen vom „Sturmse Pool“ verschwunden, haben sich wohl in Ermangelung von Fluchtmöglichkeiten in ruhigere Bereiche zurückgezogen.

Und auch Hubert Beckers ist inzwischen „in die Jahre gekommen“, wie er es selbst ausdrückt. „Ich habe deutlich die 90 im Blick, und meine Gesundheit erlaubt mir auch nicht mehr den regelmäßigen Dienst am Pool“, so sein Bekenntnis.

Hubert Pastor, Ehrenmitglied vom verantwortlichen Bardenberger Heimatverein: „Da ist es eine glückliche Fügung, dass in den letzten Jahren unser Mitglied Waltraud Glum dem Entenvater Hubert Beckers schon tatkräftig unter die Arme gegriffen hatte. Wir sind froh und glücklich, mit Waltraud Glum nicht nur eine engagierte sondern inzwischen somit auch erfahrene Nachfolgerin von Hubert Beckers in diesem wichtigen Ehrenamt gefunden zu haben.“

Und wie geht die neue Dorfteichpflegerin mit ihrer „frischen“ Aufgabe um? Waltraud Glum: „Als überzeugte Bardenbergerin ist mir die Pflege dieses wichtigen Mosaiksteins unseres Heimatdorfes ein Anliegen und Bedürfnis zu gleich. Ich weiß ja, was auf mich zukommt, und werde alles daransetzten, die Arbeit von Peter Schüller und Hubert Beckers bestmöglich weiterzuführen, und vielleicht glückt es uns auch, irgendwann wieder ein paar Enten hier ansiedeln zu können.“

(fs)
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