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Würselen: Keine weitere Verkehrsberuhigung im Kapellenfeldchen

Keine weitere Verkehrsberuhigung : Politik will kein zusätzliches Geld ins Würselener „Kapellenfeldchen“ stecken

Als das „Kapellenfeldchen“ vor einigen Jahren auf den ehemaligen Liegenschaften des Kreises Aachen gleich neben dem Krankenhaus auf Marienhöhe entwickelt wurde, fanden die Grundstücke und Häuser schnell neue Besitzer.

Doch inzwischen hat sich in dem schmucken Neubaugebiet auch Ärger breit gemacht. Es geht um Raser in dem verkehrsberuhigten Bereich.

Schon 2016 wurde trotz „Schweller“ und „Kissen“ durch eine Verkehrserhebung festgestellt, dass gut 80 Prozent der Fahrzeuge in den verkehrsberuhigten Bereich zu schnell fahren. Auch eine später durch die Stadt angebrachte Geschwindigkeitstafel brachte ähnliche Ergebnisse. Seit dem letzten Jahr häufen sich die Beschwerden der Anlieger zu diesem Thema, so dass die Stadtverwaltung in einem Anschreiben die Anwohner aufrief, Vorschläge zur Verkehrsberuhigung zu erstellen. Es wurden inzwischen ca. 70 Eingaben getätigt, die Verwaltung hat daraus drei Vorschläge erarbeitet und diese jetzt im Technik- und Bauausschuss vorgestellt.

Es sollten vor allem versetzt angeordnete schwere Blumenkübel sowie „Aufpflasterungen“ den Verkehrsfluss hemmen. Die Kosten schätzt die Verwaltung auf eine Summe zwischen 20.000 und 50.000 Euro, wofür bisher keine Haushaltsmittel zur Verfügung stehen, also für 2019 zusätzlich in den Etat eingestellt werden müssten.

Eine Diskussion über die Vorschläge kam aber erst gar nicht zustande. Für die SPD-Fraktion brachte Heinz Viehoff die Meinung aller auf den Punkt: „Das Kapellenfeldchen ist erst vor kurzem mit öffentlichen Geldern fertig gestellt worden, jetzt soll die Allgemeinheit schon wieder bezahlen? Dieses Gebiet ist eine Sackgasse, folglich ist wohl das Gros der Schnellfahrer selbst Anwohner, bestimmt auch ein paar Lieferanten, aber auf keinen Fall etwa ein nicht vorhandener Durchgangsverkehr.“

Bei 80 Prozent Schnellfahrern müssten sich wohl die Anwohner einmal an die eigene Nase packen, so jedenfalls sahen es auch die Ausschussmitglieder von CDU, FDP, Grüne und UWG. Einstimmig und ohne weitere Diskussion wurde die Beschlussvorlage abgelehnt.

(da)