Würselen: Kasalla begeisterten auf der Freilichtbühne Wilhelmstein

Kölschrock im Orchestergewand : Kasalla begeistern auf der Freilichtbühne Wilhelmstein

Kölschrock mal klassisch präsentierten Kasalla jetzt an zwei Abenden auf der Freilichtbühne Burg Wilhelmstein. Für das durch ein Gastspiel in der Kölner Philharmonie inspirierte Programm haben Kasalla besondere Bühnen ausgewählt. Ihre Mischung aus Kulthits im Orchestergewand kam super an beim Publikum.

So schnell war das erste Konzert ausverkauft, dass Veranstalter Hans Brings gleich noch ein Zusatzkonzert nachgeschoben hat. Im Sakko, untermalt von Streicherklängen und begleitet von einer wunderschönen Lichtinszenierung sind Kasalla auf ihrer „Nit esu laut" Tournee unterwegs.

Das Ambiente auf der Burg passt perfekt dazu. Unplugged, eine Spur weniger aufgedreht und mit Unterstützung toller Musiker bietet die fünfköpfige Band rund um Frontmann Bastian Campmann einen Parforceritt durch ihre Hits. 2011 gegründet, zählen sie mittlerweile zu den beliebtesten Kölsch-Interpreten. Hits wie „Stadt met K“ und „Alle Jläser huh“ singen die Fans lautstark mit.
Glück mit dem Wetter hatte man allemal, denn es blieb trocken. „Ihr müsst Euch bewegen an diesem Spätsommerabend am Herbstanfang“, ermunterte Campmann die noch sitzenden Zuhörer. Spätestens beim Kultlied „Pirate“ stand alles auf und tanzte mit. Viele Besucher hatten sich einen Picknickkorb mitgebracht und den Abend schon vor Konzertbeginn mit kölschen Häppchen genussvoll eingeläutet. Natürlich gab es auf der Burg auch zum musikalischen Thema passend ein frisch gezapftes Kölsch.

Mal nachdenklich, mal heimatverbunden, mal lustig sind die Texte von Kasalla. Im „leiseren Gewand“ kommen die tiefgründigen Texte noch besser zur Geltung. Ob von der großen Liebe bei „Dat Beste an mir bes Du“ oder vom Glück, Eltern zu sein, bei „Wahnsinnich För Jlöck“ - die Band hat zu jeder Lebenslage den richtigen Soundtrack.

„Lasst uns gemeinsam akustisch eskalieren!“, meinte Campmann. Das Leben sei wie eine Achterbahn, auf der man sich auch mal verfahren könnte. „Luur uns aan – mer sinn alle nur us Fleisch un Bloot“ erklang das Lied, mit dem die Musiker sich gegen Rassismus stark machen. Mit Cello und Saxophon untermalt vom insgesamt neun Mann starken Orchester, bot sich ein großartiger Genuss. Berührend war auch die Darbietung der herzzerreißenden Ballade „Ich jonn kapott“, die davon handelt, wie nach einer Trennung das Herzschloss an der Kölner Hohenzollernbrücke über dem Rhein wieder entfernt werden soll. „Dausend Levve“ mit Geige und Querflöte war passend zum Programmtitel in der Tat „nit esu laut", aber ebenfalls sehr beeindruckend.

Mit dem letzten Lied verabschiedeten sich Kasalla von ihren begeisterten Anhängern – und kündigten ein baldiges Wiedersehen in Würselen an. „Und auch über Besuch auf unserer Stadiontournee in der Stadt mit K 2020 freuen wir uns“, luden die Kölschrocker die Fans aus der Stadt mit W ein.

(krüs)
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