Baesweiler: Wo noch handgemachte Kirmes gefeiert wird

Baesweiler: Wo noch handgemachte Kirmes gefeiert wird

Bereits Tage vorher ist die Flovericher Schützenkirmes „Dorfgespräch“ in der Stadt Baesweiler. In einer Unterhaltungsrunde kurz vor Beginn der Veranstaltung „Kultur nach Acht“ thematisieren zwei Ehepaare die Schützen am Rande der Stadt. „In Floverich wird noch handgemachte Kirmes gefeiert“, heißt es im Oberkulturzentrum.

Brudermeister Daniel Koch, Chef der Schützen in Floverich, wäre sicherlich noch ein Stück größer geworden, wenn er das im Vorfeld der Kirmes gehört hätte. Denn er, sein Stellvertreter Torsten Paffen und der Rest der Traditionspfleger haben tatsächlich alles getan, um ihren Gästen unbeschwerte Kirmestage zu bescheren. Der junge Leiter der traditionsbeladenen Bruderschaft St. Willibrord hatte schon nach dem ersten Abend — eher für die Jugend und die Junggebliebenen gedacht — allen Grund, die Mundwinkel bis an die Ohren zu ziehen. Denn zum Rockabend, ausgerichtet vom Team Farout, next Generation, klappte alles. „Die Band Glenrock war der absolute Knaller“, lobte Koch die Headliner an diesem Abend. Aber auch die beiden „Vorgruppen“ rangen dem Brudermeister allen Respekt ab. Camarel und YLogic hatten einen guten Job gemacht.

Das durften die Schützen für sich auch bei der am nächsten Abend stattfindenden „Hüttengaudi“ für sich in Anspruch genommen haben. Die fesche Party wurde zugunsten des Hilfswerks „Menschen helfen Menschen“ ausgerichtet. Erneut gelang es den „Willibrordern“, einen vierstelligen Betrag zu sammeln. Sehr getragen ist stets die Proklamation der Flovericher Majestäten. Im Festzelt leitete Pfarrer Ferdi Bruckes das Hochamt und stattete König Jens Froesch sowie Schützenprinz Dennis Goßler und den Schülerprinzen Samuel Grotthaus mit Segen und Ketten aus. Ein bisschen mochte man die Zeit am Nachmittag anhalten.

Königin Julia Hastenrath, an der Seite von Schützenkönig Jens Froesch und Miriam Goßler an der Seite von Prinz Dennis Goßler traten in wunderhübschen Kleidern vors wartende Volk in der Dorfstraße. Komplettiert wurde die Riege der Majestäten durch Schülerprinz Samuel Grotthaus. Begleitet von weiteren Schützenbruderschaften und Musikzügen — im Festzug marschierten zudem Baesweilers Junggesellen mit — ließ man sich beim Triumphmarsch durch den Ort feiern. Zunächst im Festzelt und dann im Vereinslokal „Schaaf“ ließ man den dritten Kirmestag gemütlich ausklingen, um am Finaltag dann nochmals richtig „zuzuschlagen“.

Klompenball am Morgen sowie das Hineinfeiern in den Königs- und Prinzenball am Abend waren das i-Tüpfelchen einer rauschenden Kirmes in Floverich. Die wohl auch noch ein paar Tage — nicht nur im eigenen Dorf — für angenehmen Gesprächsstoff sorgt.

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