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„Kunst für Alsdorf 2018“: Wo Kunstverstand auf Heimatliebe trifft

„Kunst für Alsdorf 2018“ : Wo Kunstverstand auf Heimatliebe trifft

Künstler, Politiker, Heimatverbundene und Kunstliebhaber — alle zog es in die Sparkassenfiliale Alsdorf-Mitte am St.-Brieuc-Platz zur Eröffnung der Vernissage der jurierten Arbeiten von „Kunst für Alsdorf 2018“. Die Ausschreibung zu dem Thema „Halden bleiben“ widmete sich der Alsdorfer Bergbau-Vergangenheit auf ganz verschiedene Weisen.

13 Entwürfe von Künstlern aus der Region und dem Dreiländereck sind bis zum Stichtag bei der Jury eingegangen — alle hatten „ein Herz für Alsdorf“, wie es Lothar Müller, Geschäftsführer der Sparkasse Aachen in Alsdorf, nannte. Manch ein Konzept wollte hoch hinaus, andere wiederum blieben ganz dicht am Boden. Mal gab es visuelle Umsetzungsstrategien, mal kamen auditive Aspekte hinzu.

Pfade der Erinnerung

Bereits die Namen der Entwürfe zeugten von einer großen Vielfalt: „Dancing Machine“, „Eisbecher“, „Sonnflügel“, „Zuckerhalden“, „In The Eye Of The Beholder — Im Auge des Betrachters“ —, um nur mal eine Handvoll an Beispielen zu nennen.

„Es ist so spannend, auf wie viele verschiedene Arten das Thema angegangen wurde“, freute sich Marion Wingen, Leiterin des Amts für Kultur und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Alsdorf. „Ich persönlich hätte mich kaum für einen Sieger entscheiden können. Alle Entwürfe spiegeln eine besondere Idee wider, um die Geschichte der Alsdorfer Grubenzeit zu erzählen.“

So schwer die Entscheidung auch fiel, so hatte die achtköpfige Jury, bestehend aus Vertretern der Stadt, der Sparkasse Aachen, des Kunstvereins Alsdorf und weiteren fachkundigen Persönlichkeiten, die Studentengruppe des Lehrstuhls für Plastik der RWTH „Acht für Alsdorf“ unter der Leitung von Axel Friedrich mit ihrem Entwurf „Geschichtsplatte — Auf vergessenen Pfaden“ zum Sieger gekürt.

Am Samstag, 17. November, sollen voraussichtlich die ersten Platten im Alsdorfer Stadtgebiet verlegt und der Entwurf offiziell vorgestellt werden.

Damit die Geschichtsplatten und ihre Standorte so viel Geschichte wie möglich beinhalten, planen die Verantwortlichen einen Workshop, zu dem alle Alsdorfer eingeladen sind, die das Projekt mit Wissen aus alten Tagen und guten Ideen zur Umsetzung ergänzen wollen.

„Wer weiß, wo er herkommt, der weiß, wo er hingehen soll!“ Treffender als Bürgermeister Alfred Sonders hätte man den Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Gegenwart in Bezug auf den Bergbau in Alsdorf wohl nicht beschreiben können.

„Viele Alsdorferinnen und Alsdorfer werden sich von den Pfaden der Erinnerung mitgenommen fühlen — da bin ich mir sicher“, sagte er bei der Vernissage. Er persönlich wünscht sich, dass mit dem vorhandenen Preisgeld so viele Platten wie möglich verlegt werden können und dass sich vielleicht noch ein paar private Investoren finden lassen, die diese Arbeit unterstützen. Denn je mehr Pfade entstehen, desto lebendiger sei das gesamte Konzept, pflichtete ihm Andrea Presl vom Kunstverein Alsdorf bei.

Noch bis Mittwoch, 26. September, können die Konzepte während der Öffnungszeiten in der Sparkassenfiliale Alsdorf-Mitte, St. Brieuc-Platz, besichtigt werden.