Baesweiler: Wird Settericher Rathaus Sanierungsfall?

Baesweiler: Wird Settericher Rathaus Sanierungsfall?

So schlimm, dass der Wind durch alle Ritzen pfeift, ist es nicht. Doch dass das Settericher Rathaus energetisch auf dem neuesten Stand ist, kann man auch nicht behaupten. Seit Eröffnung im Jahre 1964 hat sich am Gebäude in Sachen Dämmung so gut wie nichts getan. Das könnte sich nun ändern.

Quasi im Nachklang zum Projekt Soziale Stadt Setterich-Nord. Weil angesichts geänderter Richtlinien seit diesem Jahr auch energetische Sanierungen und die Schaffung von Barrierefreiheit förderfähig sind, will die Stadt die Gunst der Stunde nutzen und aufsatteln. Bei einer Fortschreibung des Projekts soll das Rathaus angepackt werden.

Damit denkt man bereits über das ursprünglich geplante Ende des 2009 gestarteten Projektes — im kommenden Jahr sollen noch einige Grünflächen und kleinere Plätze in Setterich aufgewertet werden — hinaus.

Eine Anfrage bei der Bezirksregierung stimmt optimistisch: „Es ist wohl möglich, bereits laufende Projekte fortzuschreiben“, sagte der Technische Beigeordnete Peter Strauch im Bau- und Planungsausschuss. In Frage dafür kommt das Rathaus, weil in dessen Foyer bisweilen Ausstellungen stattfinden, und sich das Sozialamt und eine Anlaufstelle der Arbeitsagentur dort befinden — und somit Teile der „Quartiersarbeit“, die Grundlage für Förderungen ist.

Umständliche Prozedur

Bei der Sanierung von Außenhaut und Dach, von Fenstern und Türen soll es nicht bleiben. Auch das Provisorium soll verschwinden, das Behinderten den Zugang ermöglicht. Bislang müssen Rollstuhlfahrer vorne an der Treppe vorm Haupteingang klingeln, damit ihnen jemand auf der Rückseite eine versteckt gelegene Tür öffnet, durch die sie einen Aufzug erreichen können. Doch diese Klingel muss erst einmal gehört werden — und umständlich bleibt die Prozedur selbst dann.

„Wirklich barrierefrei ist das nicht“, räumt Peter Strauch ein. Denkbar ist künftig eine Rampe am Vordereingang — die allerdings recht groß sein müsste. „Das wäre eine ordentliche Herausforderung“, sagte Jan Siebenmorgen von der Aachener Planungsgruppe MWM, der ein Konzept für die Fortschreibung im Ausschuss vorstellte. Wobei unter Konzept zunächst nur die Orte fallen, an denen angesetzt werden soll.

Neben dem Rathaus soll auch dessen Vorplatz inklusive der Burgstraße aufgewertet werden. Oder das Vereinsheim der Settericher Fußballer an der Wolfsgasse, das städtisches Eigentum und ebenfalls auf dem Stand der frühen 1970er Jahre ist. Was genau wo gemacht wird, soll sich in den nächsten Schritten zeigen. Dabei wird es vor allem interessant sein, was es kostet. Denn trotz finanzieller Förderung — die bislang im Projekt Soziale Stadt 60 Prozent beträgt — müsste die Stadt einen dicken Batzen selbst aufbringen. All das: Zukunftsmusik.

Jetzt soll es erst einmal darum gehen, die Weichen für die mögliche Förderung zu stellen. Im Januar sollen Gespräche mit dem Fördergeber stattfinden — dann erst sollen nächste Schritte wie eine Bürgerbeteiligung auf den Weg gebracht werden.

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