Baesweiler: Willi Linkens holt noch einmal ein Traumergebnis

Baesweiler: Willi Linkens holt noch einmal ein Traumergebnis

Die 90plus stand bei der Bürgermeisterwahl bloß ein paar Minuten lang. Aus dem kleinen Puffendorf lag bereits um 18.15 Uhr die Stimmauszählung vor. Doch zu der Zeit war kaum schon einer im Ratssaal, der hätte applaudieren können. Satte 92,81 Prozent der Stimmen hatte Amtsinhaber Dr. Willi Linkens im ersten ausgezählten Stimmbezirk erreicht.

Am Ende waren es weniger. Genau genommen fuhr Linkens für seine vierte Amtszeit als Bürgermeister sogar sein schlechtestes Ergebnis ein. Doch bei stattlichen 82,57 Prozent zu landen, ist immer noch etwas, von dem andere Kandidaten bloß träumen. Und diesmal hatte wohl auch Linkens selbst nicht mit so viel gerechnet. „Das ist kolossal. In der Deutlichkeit hätte ich das heute nicht erwartet!“

Glückwunsch auch vom Herausforderer: Dr. Karl Josef Strank war gestern einer der ersten, die dem Amtsinhaber gratulierten. Die Auszählung wurde im Ratssaal zwar gespannt verfolgt — aber Überraschungen brachte sie nicht mit sich. Foto: Stefan Schaum

Rauschender Empfang

Sorgen hatte er im Vorfeld mit Blick auf die Wahlbeteiligung geäußert. Gegen Nachmittag zeichnete sich ab, dass weniger als die Hälfte der Baesweiler ihr Kreuzchen machen würden, am Ende lag die Beteiligung bei 48,62 Prozent lag. Ob viele der Urne fern geblieben waren, weil sie das Rennen eh schon als gelaufen wähnten?

Die Auszählung hatte Linkens in seinem Büro verfolgt, während sich der Ratssaal nach und nach füllte und gegen 19 Uhr bereit war für einen rauschenden Empfang. Mit donnerndem Applaus wurde der alte und neue Verwaltungschef begrüßt. Einer der ersten Gratulanten: Sein Herausforderer von der SPD, Dr. Karl Josef Strank. Er hatte sich zum Handschlag in der ersten Reihe postiert. Mit einem Lächeln im Gesicht. 17,43 Prozent geholt zu haben — das kann angesichts der jahrzehntelangen Dominanz der CDU in Baesweiler durchaus als Erfolg gewertet werden.

Und so beschrieb Strank es auch selbst. „Ohnehin sportlich“ wollte er seine Kandidatur genommen wissen. Und immerhin: Sein Vorgänger Bernd Pehle hatte bei der Bürgermeisterwahl 2009 nur 7,8 Prozent der Stimmen geholt. Strank: „Da haben wir also eine ganz beachtliche Steigerung geschafft. Man kann erkennen, dass sich für uns in Baesweiler was tut. Wir sind auf einem langen Weg, aber wir fühlen uns bestätigt, da weiterzumachen.“

Das galt auch für den Amtsinhaber. Linkens dankte Frau und Familie, mit der er mittags noch gemütlich im Garten gegrillt hatte. Auch seinen politischen Weggefährten, mit denen er einen „sehr, sehr intensiven Wahlkampf“ geführt habe. Und der Verwaltungsmannschaft, die er nun bis 2020 führt. „Da sind mittlerweile viele bei, die noch nie einen anderen Behördenleiter erlebt haben.“

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