Würselen: Wilhelmstraße in Würselen soll aufgemöbelt werden

Würselen : Wilhelmstraße in Würselen soll aufgemöbelt werden

Wer die ansteigende Wilhelmstraße Richtung Willy-Brandt-Ring leicht genervt als „Buckelpiste“ bezeichnet, der tut dem maroden Asphalt leider kein Unrecht. Unebene Fahrbahn, „wilder“ Parkraum und eine nicht nur aus Sicht der Verwaltung unattraktive Gestaltung der gesamten Straßenführung — dem Sorgenkind im Herzen der Stadt soll es schon bald an den Kragen gehen.

Zeitnah wurden die Bürger in das Planverfahren mit eingebunden. Zur eigens einberufenen Infoveranstaltung kamen gut 40 Anwohner und Betroffene. Drei Varianten stellten die mit der Stadt kooperierenden Vertreter des Ingenieurbüros GEHA aus Aachen dem Plenum vor.

Die zu behandelnde Strecke verläuft von der unteren Wilhelmstraße etwa kurz hinter der Einmündung „Lümeth“ hinauf in Richtung der Kreuzung Krottstraße. Der Linksknick auf die Krott-straße und der Übergang auf das Teilstück der Friedrichstraße bis zur T-Kreuzung Willy-Brandt-Ring bilden das nördliche Ende.

Ausgehend von der derzeitigen Fahrbahnbreite (9,50 Meter) und den vorhandenen Parkmöglichkeiten (etwa 100) unterscheiden sich die vorgestellten Möglichkeiten vor allem in der Neuordnung des Parkraums. Während alle Varianten im Straßenverlauf drei Behindertenparkplätze vorsehen, stellen Variante eins (87) und drei (86) eine deutlich höhere Gesamtanzahl an Parkplätzen vor als Variante 2 (78). Für das neue Schulzentrum sieht man eine sogenannte „Hol- und Bringzone für Eltern“ vor sowie einen Wartebereich für Schulbusse.

Auf Höhe der Hausnummer 28 ist eine Haltebucht vorgesehen, die das Überholen beispielsweise von Müllfahrzeugen erleichtern soll. Zusätzliche, barrierefrei Bushaltestellen sind auf Wunsch der Aseag in das Konzept eingeflochten. Das Abbiegen auf den Willy-Brandt-Ring erfolgt in jedem Fall durch einen überfahrbaren „Minikreisverkehr“, der einen Durchmesser von 22 Metern hat. Frühzeitig hatte man sich gegen eine Signalanlage entschieden.

Gehwege und neue Parkplätze werden mit Betonsteinpflaster versehen. Während Nummer zwei ausschließlich „Längsparker“ vorsieht und somit auf eine geringere Gesamtzahl kommt, nutzen eins und drei eine Mischung aus „Längs- und Schrägparkern“. Dabei wurde laut den Verantwortlichen besonders darauf geachtet, „nicht zu weit in die angrenzende Böschung (ehemalige Straßenbahnlinie) zu planen. Es gilt das Motto: „Je weiter, desto teurer.“ Zusätzlich wird in allen Varianten die Schaffung neuer Baumbeete anvisiert.

Seitens des Plenums waren dennoch viele Fragen weiter offen. Anwohner Klaus Köhler zeigte sich verwundert, dass das Projekt unter dem Namen „Umbau Wilhelmstraße/Krottstraße/Friedrichstraße“ liefe, obgleich von den beiden letztgenannten nur winzige Teilstücke betroffen sind. Weite Teile der aus seiner Sicht ebenfalls maroden Friedrichstraße würden beispielsweise komplett ausgelassen.

Anwohnerin Stephanie Holland warf die Frage auf, ob zusätzliche Grünflächen trotz der blühenden Schneise auf der alten Bahnlinie wirklich vonnöten sind. Dringend benötigter Parkraum würde leichtfertig verschenkt.

Heftige Kritik

Hollands Vorschlag wird derweil von der Verwaltung und vom Ingenieurbüro geprüft. Heftige Kritik musste sich die geplante Erhöhung des Tempolimits von 30 auf 50 Stundenkilometer gefallen lassen. Auch wenn nicht unerhebliche Fördergelder eng mit einer „50er-Straße“ verknüpft sind — derart nah vor der künftigen Schule sei eine Erhöhung aus Sicht des Plenums schlicht viel zu gefährlich. Auch hier wird die Verwaltung weitere Schritte prüfen.

Im Gegenzug baten der Technische Beigeordnete Till von Hoegen und Bernd Parschmann vom Technik- und Bauausschuss, das Straßenbauprojekt gesondert vom Schulbauprojekt zu betrachten. Viele Fragen der Anwesenden zielten lediglich auf eben jenes Schulbauprojekt ab. Für die Anwohner der Wilhelmstraße, deren Gehwegabschnitte offiziell noch zum Privatgrundstück gehören, war die Frage nach dem sogenannten „Anliegerbeitrag“ von elementarer Bedeutung.

Konkrete Aussagen konnten die Vertreter der Stadt aufgrund der Frühphase des Projekts noch nicht benennen. Seitens der Kommune ginge man von ungefähr 60 Prozent Förderung aus. Für eine grobe Kostenschätzung sei es definitiv zu früh. Schlussendlich wurde auch der geplante Minikreisverkehr heftig attackiert. Aus Sicht der Anwohner sei ein maximal mögliches Verkehrsaufkommen für einen derart kleinen Kreisel bereits jetzt erreicht, wenn nicht gar überschritten. An der Verkehrssituation zu Stoßzeiten würde diese Maßnahme nichts ändern.

Aus Sicht der Verwaltung ist ein Baubeginn innerhalb der nächsten zwölf Monate bis zur Inbetriebnahme der neuen Schule unwahrscheinlich. Man kalkuliere danach mit einer Bauzeit von einem Jahr und Gesamtkosten von rund 1,5 Millionen Euro.

Aus den Reihen der Anwohner wurde der Vorschlag angenommen, eine weitere Infoveranstaltung mit Vertretern der neuen Schule zu organisieren. Bis zum Ende des Monats können bei der Stadt noch Anregungen und Vorschläge zu den vorgestellten Plänen gemacht werden.