Baesweiler: Wilder Müll sorgt für Unmut

Baesweiler: Wilder Müll sorgt für Unmut

Richard Herber ist oft und gerne draußen. Täglich dreht er ausgedehnte Runden mit seinem Schäferhund Gismo, stolze 13 Jahre alt und immer noch fit. Frische Luft, schöne Natur, das vertraute Tier — Richard Herber liebt das und könnte rundum zufrieden sein. Ist er aber meist nicht. Denn unterwegs findet er allzu oft etwas, das ihn mächtig aufregt.

Wilden Müll, in großen Mengen. Autoreifen, Kühlschränke, Matratzen — hat er alles schon dutzendfach am Wegesrand entdeckt. „Das ist doch ne Riesensauerei“, sagt der 57-Jährige. „Wer das hinwirft, der sollte so richtig blechen müssen!“ „Geradezu lachhaft“ findet er die Bußgelder, die denen drohen, die erwischt werden. Bloß 50 Euro soll einer zahlen, der seinen Abfallsack einfach in die Landschaft kippt? Pah! „Der müsste 1000 Euro und mehr hinlegen“, sagt Herber mit donnernder Stimme.

Oft spaziert der 57-Jährige entlang des Merberner Wegs. Der ist weit draußen und wirkt wie Niemandsland, liegt aber noch auf dem Gebiet seiner alten Heimatstadt. Herber ist ein Baesweiler Jung, aufgewachsen in Beggendorf, heute lebt er in Boschelen. Von dort spaziert er gern über den Merberner Weg vorbei am Alsdorfer Nordfriedhof bis zum Carl-Alexander-Park — und zückt unterwegs oft das Handy. Müllfotos machen. Ja, sagt er, der Kampf gegen den Wilden Müll sei eine Art Mission. Oft meldet er seine Fundstellen. Doch die Verursacher sieht er nie. „Die sind doch feige und kippen ihren Kram in der Dunkelheit weg.“ Eine Sauerei — bei Tageslicht betrachtet.

Das sieht auch Peter Strauch so. Baesweilers Technischer Beigeordneter blickt dabei nicht bloß auf die Umwelt, sondern auf die Zahlen. 120 Tonnen Wilder Müll wurden im vergangenen Jahr im Stadtgebiet entsorgt. Von der Arbeitsstunde über Fahrzeuge bis zu Kosten für die Müllverbrennung fielen rund 170.000 Euro an. „Das wird in die Abfallgebühren eingerechnet“ — und somit müssen alle Bürger für die Unbekümmertheit einiger Umweltverschmutzer blechen.

In einer ländlich geprägten Kommune wie Baesweiler wird der Wilde Müll vor allem weit abseits abgeladen, wie eben am Merberner Weg. Sind in der Innenstadt immer ein bis zwei Mitarbeiter zu Fuß unterwegs, um Unrat aufzupicken, sind die Randbezirke naturgemäß weniger im Blick. „Da kann es auch mal zwei, drei Tage dauern, bis wir den Müll beseitigen können“, sagt Strauch. Hilfreich sei es da, wenn Menschen wie Richard Herber ihre Funde melden. „Bei größeren Mengen muss man immer schnell reagieren“, weiß Strauch — denn solche Stellen verleiten andere dazu, ihren Krempel einfach daneben zu stellen. Das gelte auch für die Glas- und Kleidercontainer. Getreu der „Logik“: Wenn hier etwas eingeworfen werden kann, dann kann man Hausmüll sicher auch abladen...

Nur selten erwischt man Müllsünder, doch kontrolliert wird immer. Findet der Bauhof Müllsäcke, werden sie geöffnet und durchsucht. Quittungen, Rechnungen — finden sich Adressen, wird es zum Fall fürs Ordnungsamt. Sehr richtig, findet Richard Herber. „Die muss man knallhart bestrafen!“