1. Lokales
  2. Nordkreis

Alsdorf: Weiter Wirbel um alte Schule Querstraße

Alsdorf : Weiter Wirbel um alte Schule Querstraße

Schweres Geschütz fährt Grünen-Fraktionschef Horst-Dieter Heidenreich gegen Kämmerer Helmut Klein auf.

Der gemeinsame Bürgermeisterkandidat von CDU und SPD habe „den Stadtrat fehlinformiert”, schimpft er. Doch der Gescholtene weist die Kritik weit von sich.

Hintergrund des Streits ist das leidige Gezerre um die alte Schule Querstraße in Mariadorf. Klein hatte am 26. Juni argumentiert, dass die Stadt angesichts ihres nicht genehmigten „Nothaushalts” keinerlei neue Verpflichtungen für „freiwillige Ausgaben” eingehen dürfe.

Demnach könne sie auch keine Landesfördermittel beantragen. Genau dies wollen die Initiatoren um Heidenreichs Parteifreundin - und Kleins Gegenspielerin im Ringen um das Spitzenamt im Rathaus, Beatrix Schongen - durchsetzen. Deren Förderverein möchte in dem alten Sonderschulgebäude ein Bürgerhaus etablieren, wofür Eigenleistung angeboten und ein - von der Stadt an ihn weitergeleiteter - Landeszuschuss erhofft wird.

Klein hatte sich im Rat auf einen Erlass von NRW-Innenminister Dr. Fritz Behrens berufen. Und wie er am Donnerstag gegenüber der AZ bekräftigte, habe er vor jener Sitzung mündlich bei den Kommunalaufsichten des Kreises Aachen und des Kölner Regierungspräsidiums nachgefragt und bestätigt bekommen, dass sie seine Haltung teilen.

Allerdings habe er die Position von beiden Behörden bislang trotz seiner Bitte nicht schriftlich bestätigt bekommen, findet Klein dies schlichtweg „erstaunlich: Es gibt noch überhaupt keine Reaktion.”

Selbst wenns in Behrens Haus inzwischen einen Sinneswandel gegeben hat, wäre dieser ja wohl nicht dem Kämmerer anzulasten.

Heidenreich bezieht sich in seiner Argumentation auf die Antwort der Landesregierung auf eine „kleine Anfrage” des Aachener Grünen-Landtagsabgeordneten Reiner Priggen - in dessen Büro in Düsseldorf der Alsdorfer Fraktionssprecher im Übrigen beruflich tätig ist.

Wenn die Stadt indes tatsächlich grünes Licht bekommen würde, wäre Klein „maßlos überrascht”, hält er an seiner bisherigen Haltung fest.

Selbst wenn das Bürgerhaus nun doch Priorität erhalten sollte, stünde dem ein Ratsbeschluss entgegen. Und der sagt eindeutig: Das Gebäude Querstraße ist zu verkaufen - an die türkischstämmige Familie von Bekir Aydemir, die dort einen Handel mit neuen Autoteilen plant (wir berichteten) und die verständlicherweise endlich Gewissheit haben will.