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Nordkreis: „Weihnachtsrummel bald ab Ostern”

Nordkreis : „Weihnachtsrummel bald ab Ostern”

Wenn die Schoko-Osterhasen aus den Regalen verschwunden sind, stehen schon fast die Weihnachtsmänner parat: Das Weihnachtsgeschäft beginnt immer früher, schon im September landeten Christstollen, Lebkuchen und Dominosteine zuhauf in den Einkaufskörben.

Das weihnachtliche Naschwerk schmeckt also auch schon im Spätsommer, dennoch geht vielen Zeitgenossen das immer frühere vorweihnachtliche Treiben auf die Nerven.

Wie Marlene Genter: „Da hat man noch fast die Bräune vom Urlaub im Gesicht, und dann dieser allzu frühe Weihnachtstrubel. Das passt doch nicht”. Regelrecht überrollt fühlt sich auch Ursula Hons: „Mich nervt es, wenn die Geschäfte direkt nach dem Urlaub mit dem Dekorieren anfangen. Das ist zu viel. Würde das Weihnachtsgeschäft zwei Wochen vor der Adventszeit starten, wäre das immer noch rechtzeitig genug.”

Das sehen Slawomir Rotko und seine Frau Renate genauso. „Das ist man schon pappesatt, bevor an Weihnachten überhaupt zu denken ist”, kann sich Slawomir Rotko ein amüsiertes Lächeln nicht verkneifen. „Es dauert nicht mehr lange, dann beginnt der Weihnachtsrummel bereits ab Ostern.”

Schwach geworden

Nein, verführen lassen sich die beiden vom frühzeitigen Weihnachtsgeschäft nicht. Allerdings: Bei weihnachtlichem Gebäck sei man schon schwach geworden, zeigt sich das Paar reumütig. „Da kann ich einfach nicht anders”, so Slawomir Rotko.

Überhaupt nicht begeistert von dem viel zu frühen Weihnachtsgeschäft ist auch Guido Port. „Es wird mit einer christlichen Symbolik gearbeitet, die nicht passend ist”, kritisiert er den kommerziellen Missbrauch religiöser Motive. Er glaubt indes nicht, dass die Rechnung der Geschäftswelt aufgeht. Das sieht seine Ehefrau Silke Port anders: „Klar funktioniert das, sonst würden die das doch nicht machen.”

„Reiner Kommerz”

Auch bei Reinhard Braun kommen verfrühte weihnachtliche Geschäftsgebaren nicht gut an. „Das Weihnachtsgeschäft ist reiner Kommerz. Der eigentliche Aspekt des Festes gerät doch in der Hintergrund.” Überdies können ihn auch Printen und Lebkuchen nicht locken, auch der Weihnachtseinkauf sei für ihn und seine Frau kein Thema. Kaum ausgesprochen, biegt seine Frau um die Ecke: In der Hand hält sie einen Adventskranz. Das überrascht nun auch den Gatten. „Aber sonst machen wir das nicht”, versichert er.

Monique Reynders hingegen freut sich ganz offen über pausbäckige Engelchen und Krippen: „Ich liebe das Licht, das ganze Drumherum. Da komme ich erst richtig in Stimmung.”