Alsdorf: Wegen Parksündern: Kein Platz für Rollstuhl-Rampe

Alsdorf: Wegen Parksündern: Kein Platz für Rollstuhl-Rampe

Neulich konnte Wolfgang Honné wieder nicht raus. Gleich vor seiner Haustür parkte ein dicker Schlitten. Keine Chance, die nötige Rampe von der Eingangstür bis auf die Straße zu schieben, damit er im Rollstuhl runterkommt.

„Am Wochenende geht oft gar nichts”, sagt der 61-Jährige. Dann parken an der Von-Harff-Straße auch viele Besucher eines Tanzcafés um die Ecke - und er muss notgedrungen im Haus bleiben.

Was ihn an der Sache so ärgert: Eigentlich dürfte vor seinem Haus gar kein Fahrzeug halten. Vor ein paar Wochen wurde auf seine Bitte im Ordnungsamt hin eine Busspur von acht auf 14 Meter verlängert, so dass sie nun bis vor seine Haustür reicht. Klare Sache: Zickzacklinie - hier haben Pkw nichts zu suchen.

Bloß: Es hält sich niemand dran. „Ich bin schon so oft raus und hab die Fahrzeughalter angesprochen”, sagt Ingrid Honné. „Mein Mann sitzt im Rollstuhl, wir brauchen den Platz, könnten Sie nicht vielleicht woanders halten?” Jüngste Reaktion eines älteren Herren, schicker Anzug, teurer Wagen: „Das ist mir doch egal!” Das Fahrzeug blieb draußen, Wolfgang Honné blieb drinnen.

Sauer ist die Frau des Mannes, der durch eine schwere Osteoporose mehrere Wirbelbrüche erlitten hat und wohl nie mehr auf den Rollstuhl verzichten kann, nicht mehr. Eher resigniert. „Im Rahmen der personellen Möglichkeiten wird durch das Ordnungsamt kontrolliert”, heißt es seitens der Stadt.

Doch am Wochenende gibt es oft keine Möglichkeiten. Also greift Ingrid Honné zu Zettel und Stift, notiert Nummernschilder, gibt montags Anzeigen ab. „Die Strafzettel scheinen die Fahrzeughalter aber nicht groß zu kümmern”, sagt sie. Es gibt Pläne, nach einem Abriss eines ehemaligen Grundschultraktes an der Mariensäule weitere Parkplätze zu schaffen. Doch ob die das Problem aus der Welt räumen? Das Paar glaubt nicht daran. I

m Dezember hatte die Stadt an der Kreuzung Von-Harff-Straße und Burgstraße die Gehwege behindertengerecht abgeflacht. Das findet Wolfgang Honné sehr gut. Doch oft kommt er gar nicht erst bis dort...

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