Alsdorf: Wasserschaden im Kubiz: Handwerker macht folgenschweren Fehler

Alsdorf: Wasserschaden im Kubiz: Handwerker macht folgenschweren Fehler

Nun ist klar: Es war ein handwerklicher Verarbeitungsfehler. Daran besteht gemäß Gutachten eines Prüfinstituts kein Zweifel mehr. Durch eine fehlerhafte Verbindung zweier Frischwasser-Leitungsstücke war der Neubau des Kultur- und Bildungszentrums (Kubiz) regelrecht geflutet worden. Das hat die Stadt Alsdorf nun auf Anfrage unserer Zeitung — nach Hinweisen von dritter Seite — bestätigt.

Entdeckt wurde der Schaden am Montagmorgen, 30. Mai. Das Wasser hatte am vorangegangenen Wochenende viel Zeit, sich auszubreiten. Mehrere Gutachter hatten über Wochen hinweg die Schäden im Gebäude aufgenommen und analysiert, derweil die Oberflächen - und Estrichtrocknung und der Rückbau beschädigter und durchfeuchteter Gebäudeteile unverzüglich begannen.

Stadt zieht Bilanz

Der verursachte Schaden ist immens. „Das haben anerkannte Gutachter, Architekten und Ingenieure sehr deutlich berechnet und dokumentiert“, sagt Bürgermeister Alfred Sonders (SPD). Immer wieder tauchten dabei neue, von Feuchtigkeit beeinträchtigte, schadhafte Stellen auf, in die Wasser eindringen konnte. „Wie ein Schwamm haben sich in den vergangenen Wochen Böden und Wände vollgesogen!“

Eine Bilanz will die Stadt am Freitag ziehen. Damit verbunden ist auch ein Ausblick auf die weitere Instandsetzung und den Termin, an dem das Gymnasium und die Realschule von Ofden endlich an den Annapark umziehen können.

Schadensregulierung geklärt

Finanziell werden nach heutigem Sachstand wohl keine Belastungen auf die Kommune selbst und die Grund- und Stadtentwicklungsgesellschaft (GSG GS GmbH) zukommen, die den Neubau errichten lässt und dann zur Nutzung an die Schulträger Stadt Alsdorf vermieten wird. Sonders sagte: „Wir haben uns grundsätzlich mit den Versicherungen über die Regulierung des Schadens verständigt“, sagte Sonders.

Auch die Verwendung der bereits am Kubiz — mit Blick auf den eigentlich zu den Sommerferien geplanten Einzug — aufgestellten Containerklassen ist Thema. Anlass für die Anschaffung der rund 350.000 Euro teuren Container war eine andere Panne. In der ehemaligen Kraftzentrale (Langhaus) nahe dem Neubau des Kubiz waren im Zuge der Sanierung und des Herrichtens als Begegnungsstätte und zur Nutzung auch durch die Schulen erhebliche Mängel an den Fundamenten und der Deckenkonstruktion festgestellt worden.

Da sich deshalb hier die Fertigstellung der Kraftzentrale schon verschoben hatte (wohl Juni 2017), waren besagte Container angeschafft worden, vornehmlich für die Unterrichtsfächer Musik (Gymnasium) und Technik/Werken (Realschule).

Darüber hinaus hätten beide Schulen am neuen Standort Ausweichräume für Klassenarbeiten, die zentralen Prüfungen der 10er Klassen und für das Zentralabitur benötigt — ebenfalls, weil die Fertigstellung der Kraftzentrale auf sich warten lässt.

Die ersatzweise Anmietung von Räumen im benachbarten Energeticon dürfte wegen des schweren Wasserschadens im Kubiz erst einmal zur Disposition gestellt werden.

(vm/-ks-)
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