Alsdorf: Wasserrutsche vergammelt am Weiher

Alsdorf: Wasserrutsche vergammelt am Weiher

Richtig nett und idyllisch sieht es am Alsdorfer Weiher aus, wenn sich mal der Sommer blicken lässt und die Regenwolken beiseite schiebt. Ein Tretboot mit zwei Mann Besatzung sticht in See. Auf einem Transparent wird für den Einsatz eines „BBQ-Boots” geworben.

Die Aussicht: kühles Bier aus der Kühltasche und deftige Bratwurst sowie nicht minder mundendes Steak vom Grill, und das alles auf hoher See an einem milden Abend - das wärs doch.

Ein Ehepaar im Rentenalter sitzt auf einer Bank, schaut auf die Idylle und „erzählt sich einen”. Spaziergänger wechseln vom Parkplatz und vom Tierpark Richtung Bootsanleger und machen sich auf den Rundweg um das Gewässer. Die Strecke führt vorbei an einem weißen Strand. Im Hintergrund steht ein alter Trakt mit Umkleidekabinen, deren Türen bunt angemalt sind. Baden darf man im grünlich schimmernden Wasser des Weihers nicht. Aber Sonnen am Ufer, das geht.

Brennnessel

Über einen sauberen Holzsteg entlang des Gewässers führt der Weg auf Bäume zu. Dort wird es ungleich ungemütlicher.

Am Hang, auf dessen Spitze das erstarkte Ausflugslokal thront, das jetzt See-Gastronomie Broichtal heißt und von Geschäftsführer Stefan Hanrath wieder gastlich dank Cinetower-Kompetenz herausgeputzt wurde, hat das Gras den Kampf gegen die wuchernden Brennnessel längst aufgegeben.

Das verblasste Rot einer seltsamen Schlange lugt aus dem Schatten der Baumwipfel hervor. Es ist die alte Wasserrutsche, die an bessere Tage und Badefreuden erinnert, als Kinder vor Vergnügen quietschend in das nun schon lange abgedeckte Becken am Rande des Weihers schossen. Ein paar Meter des offenen Plastikrohrs, das durch Sonne und Witterung gelitten hat, liegt demontiert im Wildkraut, um den Weg für die Rundwanderung nicht zu verstellen.

Überlegungen der Foga

Soll das so bleiben und weiter verrotten, zumal mit Blick auf die Gewässergüte des Weihers ein Freibadbetrieb wohl nicht mehr genehmigungsfähig ist?

Das ist sicherlich kein reizvolles Ambiente für Naherholung passt auch nicht in das von der Stadt Alsdorf propagierte Image einer sauberen und ordentlichen Stadt.

Claudia Thig ist mit Mario Mauritz und den Kindern Laura, Sara und Kevin aus Stolberg zu einem kleinen Ausflug an den Weiher gekommen. Die Kinder haben ihren Spaß und flitzen hin und her. Die gebürtige Alsdorferin, die die Wasserrutsche noch in Betrieb erlebt hat, bedauert, dass die Anlage ungenutzt ist. Mario Mauritz, der zum ersten Mal am Alsdorfer Weiher ist, erkennt als Installateur und Handwerker sofort das Potential, das in der brachliegenden Freizeiteinrichtung steckt. „Wenn das wieder hergerichtet werden würde, wäre das ein richtiges Zugpferd”, sagt er.

Wird da noch mal was draus? Bürgermeister Alfred Sonders, der bekanntlich genau jenes „saubere Alsdorf” zur Chefsache gemacht und jeder Dreckecke den Kampf angesagt hat, will in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der Alsdorfer Freizeitobjekte GmbH (Foga) den Bereich neu beleben und denkt daran, die große Wasserrutsche mittelfristig wieder herrichten zu lassen, wie er auf Anfrage erklärte. Dies könne - ohne den Weiher als „Schwimmbecken” zu nutzen - in Form eines Kleinbadbetriebs mit Wasserspielen realisiert werden.

Allerdings würde die Renovierung einiges kosten, wie ein erster Kostenvoranschlag zeige. Bürgermeister Sonders sprich deshalb von einer Realisierung in einem Zeitraum von wahrscheinlich „ein bis drei Jahren”.Vorrang habe zuvor der Tierpark, der weiter familiengerecht aufgewertet werden soll. „Außerdem möchte ich erst die weitere Entwicklung des Hauses Broichtal abwarten”, denkt Sonders noch an andere Investitionen.

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