Alsdorf: Warner-Rückzug: Cinram setzt auf eigene Stärken

Alsdorf: Warner-Rückzug: Cinram setzt auf eigene Stärken

Natürlich bemüht sich die Alsdorfer Cinram-Niederlassung intensiv um Ersatzaufträge, nachdem der US-Konzern Warner Home Video als wichtiger Kunde formal zum 31. Juli abgesprungen ist.

Bis zu 500 Arbeitsplätze könnten gefährdet sein, wenn der damit verbundene Produktionsausfall nicht anderweitig ausgeglichen werden kann, wobei besonders befristet Beschäftigte und Leiharbeiter betroffen wären. Aber es geht nicht nur um Verhandlungen mit den Fox-Studios und anderen namhaften Partner aus der Ton- und Bildträgerbranche, wie Geschäftsführer Frank Hartwig erläuterte.

„Unser Know-how und unsere Kapazitäten für Handverpackung sind auch für ganz andere Branchen interessant”, hob er hervor. Da spiele die Auflage eines Infrastrukturkonzepts zum Standort Alsdorf eine wichtige Rolle. Darin sollen Chancen ausgewiesen werden, „wie unsere Ressourcen am effektivsten genutzt werden können und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben”, betont der Manager.

Nach Bekanntwerden des Rückzugs von Warner habe es erste Interessenten, die dann leer stehende Hallenflächen als Lager nutzen wollen. „Aber das wäre zu kurz gegriffen. Ich suche nach langfristigen Lösungen und hole mir da lieber Gewerke in Eigenregie rein und erhalte mit der Bearbeitung von Aufträgen Arbeitsplätze”, ist Hartwigs Ziel.

„Wir können Verpackungen bedarfsgerecht entwickeln und mit Hilfe unserer Druckerei ansprechend und kundengerecht gestalten.” So werde an Produkten gearbeitet, die eine Autofirma ihren guten Kunden gerne als Aufmerksamkeit an die Hand geben will - natürlich adäquat verpackt. Da gehe es um ein Auftragsvolumen von bis zu zwei Millionen Stück.

„In unserer Druckerei stellen wir auch Verpackungen für einen Pharmahersteller her und fertigen Fototaschen aus Papier für eine Filmfirma. Die Idee dahinter war, unsere Kompetenzen und Erfahrungen zu nutzen, um in der umsatzschwächeren Zeit vor der Saison eine besser Auslastung zu erzielen. Das liefert uns jetzt die Gelegenheit, für diesen Bereich Ersatzaufträge zu bekommen.” Und noch mehr spricht aus Sicht von Hartwig für den Standort Alsdorf: „Ein weiterer Trumpf in unserer Hand ist die Distribution. Wir können Ware schnell überall hin liefern.”

Mehr von Aachener Zeitung