Herzogenrath: Wandelnde Leuchttürme und klassische Cowboys

Herzogenrath: Wandelnde Leuchttürme und klassische Cowboys

Wenn die Merksteiner Karnevalisten zum Rosenmontagszug einladen, dann müssen sie die Konkurrenz größerer Umzüge nicht fürchten. Dann stehen die Jecken zahlreich auf den Bürgersteigen und es spielt dabei keine Rolle, ob sie einen deutschen, türkischen, marokkanischen oder russischen Hintergrund haben.

Denn die Freude am närrischen Treiben überbrückt alle Grenzen. Und für fast jeden Bewohner dieses Herzogenrather Stadtteils gibt es eigentlich nur eines: hinaus vor die Türen, den Wagen und Fußgruppen zugucken.

Gut drauf? Na klar. So ist das halt bei Clowns. Foto: W. Sevenich

Rund 900 aktive Teilnehmer, die sich auf 30 Fahrzeuge oder Gruppen verteilten, meldeten die Organisatoren. Dabei schossen die Frauen des Sportvereins SVS den Vogel ab: Als „Freche Früchte“, knackig und süß anzuschauen, sorgten sie für mehr als einen Hingucker. Die Damen der Concordia standen ihren Sportskameradinnen in nichts nach: Sie marschierten als wandelnde Leuchttürme auf und setzten so dem närrischen Lindwurm, der sich durch Merkstein schlängelte, ein weiteres Glanzlicht auf.

Relativ klassisch ließen es die Magerauer St.-Hubertus-Schützen angehen, die sich als Cowboys und Indianer verkleidet hatten, während „Piraten“, der aktuelle Hit der Kölsch-Rock-Gruppe Kasalla, gleich zwei Truppen, die vom „Floeßer Eck“ und die der Jecken Bürgerwehr, inspiriert hatte. Exotisch wirkte der Beitrag der Merksteiner Maijungen, die von „Tausend und einer Mainacht“ träumt — und das schon Mitte Februar. Zurück zu den Wurzeln der Menschheit strebten hingegen die Vertreter der Jugendorganisation DJO: Sie zogen als Neandertaler los. Die Jecken Fründe hatten eher kühle Erfrischungen im Sinn — und gaben sich als Schneemänner.

(ch)
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