Eurode: Wahres Wunder ist für die Seligsprechung wichtig

Eurode: Wahres Wunder ist für die Seligsprechung wichtig

Selig gesprochen zu werden, das ist eine höchst komplizierte und daher auch oft langwierige Angelegenheit, bei der viel davon abhängt, dass die Vorbereitung stimmt. Die hat im Fall von Ailbertus von Antoing, dem Gründer des Klosters Rolduc, bereits 2004 begonnen.

Nach vielen Vorarbeiten ist das Verfahren zur Seligsprechung nun mit der Errichtung des kirchlichen Gerichts durch den Bischof von Roermond, Monsignore Frans Wiertz, offiziell eingeleitet worden. Theo Kutsch, treibende Kraft der Initiative, erinnert sich an die Schwierigkeiten im Vorfeld. „Ich habe in der Vergangenheit immer wieder angeregt und gefragt, warum da nicht einmal etwas unternommen wird.

Bischof Wiertz sagte mir dann 2003, er würde ja gerne, aber er dürfe ja nicht.” Das Problem: Ailbertus starb am 19. September 1122 in Sechtem bei Bonn. Zuständig für ein Seligsprechungsverfahren ist jedoch immer die Diözese, in der jemand verstorben ist, in diesem Fall das Erzbistum Köln. Erst ein Brief an Kardinal Joachim Meisner brachte die Sache ins Rollen. Er übertrug das Verfahren auf das Bistum Roermond.

Damit begann für die zu diesem Zweck gegründete Stichting Ailbertus van Antoing die Arbeit. Sie sammelte ungezählte Seiten an Material über den Gründer von Rolduc, sein Leben und Wirken. Dieses wird das eingesetzte Gericht aus Theologen, Historikern und Vertretern des Bistums Roermond und der Stichting Ailbertus nun prüfen und zu einer Akte zusammenstellen, die zum Vatikan nach Rom weitergeleitet wird, wo dann die weiteren Schritte erfolgen.

„Es ist wichtig, dass alle Dokumente historisch einwandfrei sind und alle Übersetzungen korrekt. Wenn das nicht gut vorbereitet ist, verzögert sich alles”, erläutert Theo Kutsch. Er ist überzeugt, dass sie da gute Vorarbeit geleistet haben, dennoch wird Geduld nötig sein, wie auch Bischof Wiertz betont: „Das bedeutet viel Papierkram und noch mehr Stempel, und der Prozess kann viele Jahre dauern. Doch Ailbertus hatte Geduld, also sollten wir sie auch haben.” Für eine Seligsprechung braucht es unter anderem auch ein anerkanntes Wunder, das auf die Fürsprache von Ailbertus zurückgeht.

Um 1060 im belgischen Antoing geboren, studierte Ailbertus an der Kapitelschule in Doornik und wurde um 1100 zum Priester geweiht. Auf der Suche nach einem Platz für eine Klausur kam er 1104 ins Land von Rode, wo er von Graf Adabert von Saffenberg, Land für sich und zwei Mitbrüder erbat. Die kleine Gemeinschaft wuchs schnell, und an der Stelle der hölzernen Kapelle entstand die erste steinerne Kirche, die heutige Krypta der Abteikirche von Rolduc. Später gründet er ein weiteres Kloster in Clairfontaine.

Doch die großen Gemeinschaften waren nicht die Sache von Ailbertus, der Gott sein Leben lang in der Stille und Einsamkeit gesucht habe, so Bischof Wiertz. Mit dieser unermüdlichen Suche sei er ein Mensch gewesen, der uns auch heute noch bei unserer Suche nach Gott helfen könne, begründet er, warum Ailbertus in den Stand der Seligen erhoben werden sollte.

Der erste große Schritt dazu ist jetzt getan.

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