Würselen: Wahl-Würselener Pitts: Mit Pastillen gegen Karies zum Erfolg?

Würselen: Wahl-Würselener Pitts: Mit Pastillen gegen Karies zum Erfolg?

An Ideen mangelt es Randall Pitts offenbar nicht. Aber an Glück bei der Investorensuche und Erfolg. Bislang. Denn jetzt will er den großen Durchbruch schaffen. Mit Pastillen auf Xylit-Basis, die — so sein Versprechen — Karies, Zahnstein und Verfärbungen vermindern, ja, wenn nicht gar gänzlich verhindern.

Seiner Meinung nach, ist die Wirksamkeit erwiesen. Diese Meinung teilt die Fachwelt nicht unbedingt, trotzdem gab ihm das Privatfernsehen in „Die Höhle der Löwen“ eine Chance. Aber zunächst zum Wahl-Würselener Pitts und seiner Geschäftsidee: Pitts stammt aus Albuquerque, New Mexiko, wo er vor Jahrzehnten eine junge deutsche Jura-Studentin kennenlernte, die inzwischen Staatsanwältin in Aachen ist. Er zog mit ihr nach Deutschland, legte an der RWTH sein Diplom als Psychologe ab und ist inzwischen vierfacher Familienvater sowie zweifacher Hundebesitzer.

Pitts: Schlank, sehr akkurat frisierte graue Haare, hellblaues Hemd und Jeans, hat zunächst als Head Hunter gearbeitet, aber schnell festgestellt, dass er sich lieber selbstständig machen will. Seine erste Idee, eine in Deutschland bereits etablierte Fitnesscenter-Kette in den Niederlanden groß zu machen, scheiterte. Ebenso sein Software-Entwicklungsunternehmen mit einem Programm, das Texte versteht. Nun also der dritte Anlauf, und nun muss es klappen, sagt der 51-Jährige. Vom Finanziellen her gesehen und auch um des Familienfriedens Willen.

Seine neue Idee: Kariesschutz in Pastillenform. Der Zuckerersatzstoff Xylit ist zwar schon in vielen Kaugummis und Bonbons sowie als reines Süßungsmittel auf dem Markt, aber nicht als Kariesprophylaxe. Als kosmetisches Produkt. Und damit will es Randall Pitts jetzt noch einmal wagen.

Auf die Idee hatte ihn ein Kollege in seiner zuletzt gescheiterten Firma gebracht. „Meine Kinder haben zwar immer Zähne geputzt, aber es war schwierig, regelmäßiges und gutes Putzen durchzusetzen.“ Ergänzend zur Zahnpflege, nicht ersetzend, habe er deshalb begonnen, Xylit als Pulver in Mundspülung zu geben. Daraus erwuchs die Produktidee, und er begann vor rund fünf Jahren, die weißen, länglichen Pastillen über das Internet unter dem Namen „Penta-Sense“ zu vertreiben. Mit bislang mäßiger Resonanz. „Fast hätte ich das schon eingestellt“, sagt Pitts, „es war so schwer.“ Dabei sei er so von der Sache überzeugt.

„Zehn Gramm am Tag reichen“, sagt Pitts. Damit läge man deutlich unter dem kritischen Wert, ab dem das natürliche Süßungsmittel eine abführende Wirkung entfalten kann, wie jeder andere Zuckeralkohol auch. Nicht nur seine Kinder würden die Pastillen mit seiner regelmäßigen Erinnerung nehmen, er selbst könne jetzt auch auf die sonst obligatorische professionelle Zahnreinigung verzichten, habe keine Verfärbungen mehr.

Der Businessplan

Mit im Boot hat der 51-Jährige seit Anfang vergangenen Jahres Philipp Kirchhof. Kirchhof — 38, schlank, hellbraunes kurzes Haar, hellblaues Hemd, Jeans — hat BWL mit dem Schwerpunkt Finanzierung und Controlling studiert und arbeitet derzeit im Finanzbereich der Deutschen Post. Er stellte einen Businessplan auf und kam unweigerlich zu dem Schluss: „Wir brauchen jemanden, der sich in dem Bereich auskennt und das Produkt bekannter macht.“ Denn Marketing ist alles.

Investoren hätten sich bislang zurückgehalten, um es vorsichtig zu formulieren, „da Xylit kein schutzfähiges Produkt ist und weil es schon auf dem Markt ist“, so Kirchhof. „Man müsste eine riesige Kampagne fahren.“ Große Konzerne könnten diese leicht mit einem ähnlichen Produkt übertrumpfen.

Da kam die neue Bewerbungsphase für die Unterhaltungssendung „Die Höhle der Löwen“ gerade recht. Unternehmensgründer dürfen Investoren wie Carsten Maschmeyer oder Ralf Dümmel ihre Idee vorstellen und haben die Möglichkeit, mit ihnen ins Geschäft zu kommen. Das Modell: Starthilfe in Form von Kapital und Know-how gegen Firmenanteile.

Und in die Vox-Sendung, die am Dienstag um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird, haben es Pitts und Kirchhof tatsächlich geschafft. Für die beiden geschäftsführenden Gesellschafter von Penta-Sense, so sagen sie, sei eine Sendung wie diese eine riesige Chance. „Kennen Sie Littlelunch? Die wollten 60.000 Euro für Büroräume und machen jetzt mit ihren Bio-Suppen zwölf Millionen Euro Umsatz“, erzählt Kirchhof und seine Augen leuchten. „Wir sind mit dem Ziel, 300.000 Euro Startkapital gegen zehn Prozent Firmenanteile zu erhalten, in die Aufzeichnung am 3. März gegangen“, erzählt Kirchhof.

Ob sich ein Investor gefunden und darauf eingelassen hat, erfahren die Zuschauer heute Abend.