Würselen: Vor der Bescherung die Natur entdecken

Würselen: Vor der Bescherung die Natur entdecken

Es war ein kühler, trockener Wintertag. Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene verschiedener Altersstufen — alle entsprechend wetterfest gekleidet — fanden sich im Würselener Stadtwald am Forsthaus Weiden ein.

Erwartet wurden sie von dem Forstdirektor und Kreisverbandsvorsitzenden Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Robert Jansen, mit seinem Schwarzwildbracken und dem Würselener Stadtförster Marco Lacks mit seiner Wachtelhündin. Gemeinsam wanderten Jung und Alt samt Vierbeinern traditionell an Heiligabend durch den Wald - und dies bereits zum 18. Mal.

Anschaulich und lehrreich

Erneut erfreute sich die gut einstündige, kurzweilige Heiligabend-Wanderung, zu der die SDW einlud, um die aufreibende Wartezeit auf das Christkind zu verkürzen, großer Beliebtheit. „Es ist enorm“, freute sich Robert Jansen. „So viele Personen wie heute waren es, wenn ich mich recht erinnere, noch nie.“

Einige der rund hundert Teilnehmer waren das erste Mal mit von der Partie, andere wiederum nehmen seit Jahren an diesem spannenden, informativen Angebot teil. Irmgard Beelitz aus Kohlscheid beispielsweise wanderte mit ihren Lieben das erste Mal mit. „Wir wollten das schon immer machen.“ Aber bislang habe sich das immer mit dem Singen des Enkels in der Kirche überschnitten. Der neunjährige Lukas hatte sogar sein Fernglas und ein kleines Büchlein zum Bestimmen von Vögeln eingepackt.

Von Beginn an sind Franz Gather und sein Nachbar Manfred Bayer dabei, um den Waldspaziergang an Heiligabend fern von jeder Hektik zu genießen. „Damals noch unter Förster Migende“, erinnerte sich Gather. Einmal mehr war der Rundgang spannend, anschaulich und lehrreich gestaltet. Die bunt gemischte Gruppe erfuhr Interessantes über Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes. Stadtförster Lacks und Forstdirektor Jansen schilderten viele interessante Details. Sie zeigten auf, dass der Wald bei den Wintertemperaturen in den Warte- und Sparmodus geschaltet hat.

Die beiden Fachleute gingen auf den Aufbau des Waldbodens ebenso ein wie auf die Baumbestände an Buche, Esche, Fichte, Eiche, Birke und, vieles andere mehr. Sie machten auf Wildwuchs unter Mutterbäumen aufmerksam, sprachen Aufforstung an, erklärten, dass sie beide einen artenvielfältigen Mischwald favorisieren und erkundeten insbesondere mit den Kindern, was so alles in der oberen Bodenschicht zu finden ist: Pilze, verschiedenste Blätter, Efeu, Hüllen von Bucheckern oder keimende Eicheln gehören dazu. Kinder und natürlich auch Erwachsenen (er)fühlten, dass die Eiche eine raue Rinde hat, die Buche hingegen eine glatte. Schließlich gingen Lacks und Jansen noch auf den Nährstoffkreislauf ein.

Zum Abschluss der Heiligabend-Wanderung gab es für alle Teilnehmer im Wintergarten des Restaurant „Forsthaus Weiden“ einen heißen, kostenlosen Kakao.

(dag)
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