Alsdorf/Baesweiler: Von Mariagrube aus über Siersdorf nach Baesweiler

Alsdorf/Baesweiler: Von Mariagrube aus über Siersdorf nach Baesweiler

Wie kriegen wir den Gleisanschluss für Baesweiler hin und welche Strecke sollte dabei die Euregiobahn am besten nehmen? Die Genossen in Alsdorf und Baesweiler suchen zur Klärung dieser Fragen den Schulterschluss und haben eine gemeinsame Fraktionssitzung abgehalten, wie Detlef Loosz erzählt.

Loosz, der SPD-Fraktionsvorsitzender in Alsdorf ist, und sein Mitstreiter Friedhelm Krämer helfen dabei gerne mit Fachwissen und Unterlagen aus. Der Ringschluss der Euregiobahn von Alsdorf nach Stolberg ist beschlossene Sache, die Strecke in Alsdorf wird derzeit hierfür ertüchtigt. Da sind die Sozialdemokraten in Alsdorf natürlich „mitten drin im Thema”.

Ergebnis des intensiven Austausches ist ein Antrag, den die Baesweiler Fraktionschefin Gabi Bockmühl gestellt hat und der im Ausschuss für Verkehr und Umwelt behandelt wird. Kern des Vorschlags ist, bei der nun anstehenden Machbarkeitsstudie sinnvoll vorzugehen und Kosten zu sparen.

Rund 60.000 Euro würde die Untersuchung von drei Trassen kosten, wobei Baesweiler und Alsdorf jeweils 10.000 Euro tragen müssten. „Aber schon jetzt ist klar, dass die Streckenführung von Herzogenrath-Merkstein über den Haltepunkt Carl-Alexander-Park (CAP), das Baesweiler Gewerbegebiet bis nach Setterich „zu wenig Publikum” bringen würde, wie Loosz sagt und dabei auf Aussagen des Nahverkehr-Rheinland (NVR) verweist. Auch die zweite Variante ist aus Sicht der Sozialdemokraten unrealistisch. Hier würde die Gleisanlage von Alsdorf-Annapark pa-rallel zur B 57 zur Luisenstraße zum Haltepunkt Alsdorf-Schule und dann zum CAP und nach Setterich führen. „Das ist finanziell gar nicht zu stemmen”, spricht Loosz vom notwendigen Ankauf von Flächen und den entsprechenden Bauarbeiten.

„Wirtschaftlichste” Trasse

Bleibt also Variante 3, auf die sich die Machbarkeitsstudie konzentrieren sollte. Gemeint ist damit die Trassenführung vom Annapark aus über Kellersberg nach Alsdorf-Mariagrube, Alsdorf-Hoengen, Gewerbegebiet Alsdorf, Siersdorf, Baesweiler und Setterich. Dies ist auch aus Sicht der Baesweiler SPD die mit hoher Wahrscheinlichkeit wirtschaftlichste Variante, weil sie die größte Anzahl potenzieller Nutzer ausweise , wie Gabi Bockmühl darlegt. Weite Teile Alsdorfs, von Siersdorf/Aldenhoven und auch Baesweiler würden so an das Streckennetz angebunden.

Friedhelm Krämer betont, dass auf diese Weise der Öffentliche Personennahverkehr neu und sinnvoller geregelt werden könne, was sich auch auf die Buslinien auswirken würde. Hinzu käme der so mögliche Schienenanschluss von Gewerbegebieten. Der Baesweiler Ratsherr Alfred Mandelartz sieht als weiteres Argument, dass die Herrichtung der Strecke den geringsten Aufwand mit sich bringe, weil lediglich vorhandene Schieneninfrastruktur, die noch aus Zeiten des Bergbaus stammt, ertüchtigt werden müsste, keine Brückenbauwerke vonnöten wären und nur eine größere Straßenquerung zwischen Bettendorf und Siersdorf angelegt werden müsste.

Gabi Bockmühl hat bereits Kontakt mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat Aldenhoven, Udo Wassenhoven, aufgenommen. Die Gemeinde dort sei von dem Vorschlag sehr angetan.

Spannende Frage für die Sozialdemokraten ist nun, ob sich im Baesweiler Verkehrsausschuss für diese von der SPD vorgeschlagene Vorgehensweise eine Mehrheit finden lässt. „Bislang wurden Anträge der SPD dort meist abgelehnt. Aber Bürgermeister Dr. Willi Linkens wird wohl kaum an den damit verbundenen Einsparmöglichkeiten vorbeigehen können.” Gabi Bockmühl setzt auf die schlüssigen Argumente: „Ich wünsche mir eine Abstimmung in der Sache.”

Übrigens scheint aus der rot-roten Zusammenarbeit zwischen Alsdorf und Baesweiler auch noch anderes erwachsen können: Fachpersonal, um die Züge zu bestücken. Friedhelm Krämer war Fahrdienstleiter bei der Deutschen Bahn und Alfred Mandelartz Lokführer. Da kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen.

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