Vom Romantiker Mendelssohn bis hin zu modernen Norwegern

Würselen : Vom Romantiker Mendelssohn bis hin zu modernen Norwegern

Wiedersehen macht Freude, menschlich und musikalisch. Thorsten Krause, Musik- und katholischer Religionslehrer am Heilig-Geist-Gymnasium in Broich, war von 1993 bis 2008 auch Organist in der Evangelischen Kirchengemeinde Hoengen-Broichweiden.

Jetzt leitet er nebenberuflich den Aachener Studentenchor der Katholischen Hochschulgemeinde.

Mit seinen rund 40 Sängerinnen und Sängern kam er jetzt zum letzten Konzert der Reihe „Pius am Mittwoch“ vor der Sommerpause in die Pfarrkirche St. Pius X. Mit im Gepäck hatten die Musikerinnen und Musiker zur Freude von Moderator Hans-Günther Leuchter und der erfreulich vielen Besucher ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Programm unter dem Titel „Sommermusik“.

Spannender Bogen

Dabei wurde ein spannender Bogen von der Romantik bis hin zur Moderne gespannt. Für die Romantik steht der Name Felix Mendelssohn-Bartholdy wie kaum ein anderer. Die hellen, glockenklaren Jungdamen-Stimmen begeisterten bei „Hebe Deine Augen auf“, beim Chor „Er hat seinen Engeln befohlen“ (beide Stücke aus dem Oratorium „Elias“) kamen die Stimmen der jungen Männer als stimmstarkes Fundament hinzu. Rein zeitlich gehört auch der im 19. Jahrhundert in München wirkende Organist und Komponist Josef Gabriel Rheinberger zur Romantik. Er gehörte indes jener Gruppe von Reformern an, welche die polyphone Komposition alten Komponisten wie Palestrina und Monteverdi hochhielten. Dies ließ sich besonders schön nachvollziehen in der „Missa in G opus 151“.

Thorsten Krause hat ein Faible für zeitgenössische norwegische oder aus Norwegen stammende Komponisten, wie er in seinen Anmoderationen bekannte. Was ihn daran fasziniert, ist die Kombination traditioneller Harmonien mit modernen Klangfarben.

Suche nach neuen Klängen

Auf der Suche nach neuen Klangmelodien war beispielsweise Knut Nystedt (1915-2014) bei seinem „I will praise thee, o Lord“. Dann ließ der Studentenchor der Hochschulgemeinde bei „Ubi Caritas“ von Ola Gjeilo – der 1978 geborene Norweger lebt und wirkt in New York – eine interessante Klangmischung aus Klassik, Jazz und Filmmusik ertönen. Es gab Riesenapplaus wie auch beim rhythmisch reizvollen „Alleluia“ von Jake Rundestadt, mit dem die norwegische Trilogie in St. Pius X. schloss. Der 1945 geborene John Rutter ist bekannt als Komponist moderner kirchlicher Musik. Doch damit ist seine Rolle in der modernen Musik längst nicht erschöpft, wie Thorsten Krause darlegte. Rutter hat sich auch als Komponist reizvoller und humorvoller weltlicher Motetten hervorgetan. Der Aachener Studentenchor wartete gleich mit sechs dieser Stücke auf. Vom Liebeslied eines fernen Soldaten bis hin zu vertonten Kindergedichten. Das Publikum war begeistert – und brauchte sein Kommen in der Sommerhitze nicht zu bereuen.

(jope)