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Würselen: Volkstheater begeisterte auch den Autor

Würselen : Volkstheater begeisterte auch den Autor

„Et Mariann mit singe janze Clan” war wieder einmal mehrere Stunden lang in ihrem schauspielerischen Element, als beim Würselener Volkstheater das Lustspiel „Zwei Fraulü zevööl” in der Aula an der Klosterstraße Premiere feierte.

Die nicht ganz so zahlreichen Besucher bogen sich nur so vor Lachen und spendeten nicht nur einmal ob der gebotenen Situationskomik spontan herzlichen Applaus. In der Regie und an der Seite von Marianne Thelen entwickelten alle Schauspieler, sowohl die gestandenen alten Hasen als auch die Debütanten, eine große Spiellaune.

Gast aus München

Mehr als eine Hand voll „kröttelije Wöet”, Markenzeichen der Aachener Mundart, hauten sie ihnen dabei um die Ohren, die dabei eine sprachliche Wiedergeburt erlebten. Selbst Paul Mommertz, der Autor des Stückes, der eigens aus München angereist war, amüsierte sich köstlich angesichts des turbulenten Geschehens, das in der Übersetzung des Aachener Mundartdichters Hein Engelhardt vor seinen Augen und Ohren auf der Bühne „abging”.

Urig und überzeugend

Schon die für die einzelnen Personen gewählten urigen Namen, wie Schang Boksesöller, Lola Rassig, Liss Lankuhr oder Conny Confetti machten vorab schon Appetit auf das lustige und unterhaltsame Spiel in drei Akten.

Zunächst lebt es sich für Schang Boksesöller (Hans Schröder), einen Kleiderfabrikanten, und seinen Modeschöpfer Conny Confetti (überzeugend: Sven Schröder) mit dem Geld der Geschäftspartnerin Klär Quanten (Marlene Bourceau) ganz gut. Doch mit dem Tag der Trauung von Fabrikant Boksesöller, der im Stück seinem Namen mehr als einmal alle Ehre bereitet, mit Liss Lankuhr (Hanni Kohnen) gerät die Firma in finanzielle Schieflage. Zieht doch die Geschäftspartnerin, die sich leise Hoffnungen auf eine Ehe gemacht hat, ihren Anteil aus dem Unternehmen zurück.

List und Geschick

Rettung erhofft er sich von seiner reichen Erbtante Thres Mölleberg , umwerfend dargestellt von Marianne Thelen. Doch der Geldsegen fließt anfangs nicht so, wie es sich Schang Boksesöller versprochen hat. Weiß die Erbtante doch nicht mehr so recht was gespielt wird, als er seinen verarmten Neffen auf frischer Tat bei einem Seitensprung mit Jetta Najelschmedd (Gisela Schröder), einem Leutnant bei der Heilsarmee, ertappt hat.

In dem munteren Verwirrspiel mischt Lola Rassig (Nadine Schröder), „e Mädche uus et Milieu”, kräftig mit. Erst versucht sie den Modeschöpfer mit List und Geschick, aber nur wenig Erfolg auszunehmen. Dann macht sie sich an Klöss Mölleberg (Josef Koonen), dem Mann von „et Thres”, einem abgetakelten Kapitän heran. Während Anton Kannenflicker (Harald Meinel), „dr Lakei beij dr Schang”, zu allem schweigt, nutzt Gärtner Veries Röbbstiel (Heinz Schmidt), die Gunst der Stunde.

Am Ende zerplatzen die Knoten wie Seifenblasen und es kommt zum Happy- End. Wie hätte es in „e löstig Stöcksje” wie „Zweij Fraulü zevöll” auch anders sein können!

Neuer Erfolg

Happy war aber auch „Et Mariann met singe janze Clan”, den voraufgegangenen Lacherfolgen einen weiteren hinzugefügt zu haben. Zum Ensemble dazu gehörten auch die „Frau van et Standesamt” (Verena Smolarek) und natürlich Souffleuse Anneliese Schlüper, die seit Jahren treue Dienste im „Verschlag” vor der Bühne leistet.