Baesweiler: Volkspark: Viele Ideen für Baesweilers grüne Lunge

Baesweiler : Volkspark: Viele Ideen für Baesweilers grüne Lunge

Alt und schön sind die Bäume im Baesweiler Volkspark. Alt und weniger schön sind einige Wege und die meisten Spielgeräte dort. Einerseits ist die Fläche zwischen Peterstraße und Im Kirchwinkel eine grüne Lunge der Stadt — und das soll sie auch bleiben.

Doch andererseits gibt es einige Stellen, die aufgewertet werden müssen, damit mehr Leben reinkommt.

Mehrere Entwürfe, die das Essener Planungsbüro DTP nach ersten Beteiligungsrunden im Integrierten Handlungskonzept für Baesweilers Innenstadt entworfen hatte, wurden jetzt vorgestellt.

Zwar war die Resonanz beim Bürgerabend in der Burg Baesweiler gemessen an den nackten Besucherzahlen nicht allzu groß — doch die, die gekommen waren, beteiligten sich rege und zeigten auf, wo im Park sich was verbessern lässt.

Ziel ist die Ertüchtigung

Die Grundlage dafür stellte Isabella de Medici, Landschaftsarchitektin im Büro DTP, vor. Jenem Büro, das bereits den Carl-Alexander-Parks geplant hatte, für den es 2009 einen Landschaftsarchitekturpreis gab. Derart umfassend wie bei der Neustrukturierung des ehemaligen Zechengeländes wird es im Volkspark allerdings nicht zugehen. De Medici: „Das ist schon ein schöner Park, und der ist auch erhaltenswert!“

Nicht eine grundsätzliche Änderung sei daher im Blick, sondern eine Ertüchtigung. Angefangen bei den Wegen, von denen manche bei Regen zu Matschpfaden werden. Komplett gepflastert sollen die Verbindungen künftig sein, ein, zwei überflüssige könnten auch wegfallen. Beseitigt werden sollen auch einige Sträucher an den Rändern des Parks. Damit der Blick hineinfallen kann. Das dient der Optik und, wie es neudeutsch heißt: der sozialen Kontrolle.

Sicher fühlen soll man sich im Park, wie es hieß. Wo heute hoch gewachsene Hölzer die Einsicht verweigern, könnten künftig flache Staudengewächse stehen. Auch „jahreszeitliche Pflanzungen“ — also Blumenbeete und ähnliches — sind stellenweise angedacht.

Einen zusammenhängenden Spielbereich statt derzeit verstreuter Spielgeräte soll es für die Kleinsten geben. An den Baumbestand muss und will man dafür aber nicht ran, wie Bürgermeister Dr. Willi Linkens betonte. „Auch wenn mancher anderes befürchten sollte: Da wird kein einziger Baum gefällt!“

Anderes schien den Bürgern noch mehr am Herzen zu liegen: die Beleuchtung im Park. Zu dunkel — so die einhellige Meinung — ist es derzeit dort. Nur vier Lampen sorgen für wenig Licht. Eine Anregung: Man solle dort beleuchtete Poller aufstellen, die am Abend zudem für eine Markierung der Wege sorgen könnten.

Diese Idee werde sie gründlich prüfen, sagte Isabella de Medici. Dass die Beleuchtung optimiert werden müsse, hatte zuvor auch Baesweilers Technischer Beigeordneter Peter Strauch bekräftigt.

Andere Anregungen der Bürger wurden zwar aufgenommen — sind aber weniger aussichtsreich. Einen Springbrunnen im Park dürfte es aus Kostengründen schwer haben, ebenso hat die ehemalige Voliere kaum Chancen auf ein Comeback. Solch ein Vogelhaus würde kaum in das Parkkonzept passen, zudem habe es am alten Haus am Volkspark häufiger Vandalismusschäden gegeben, erinnerte sich Linkens.

Rote Karte für Fußballtore

Im Gespräch werden sicher bleiben: eine Boule-Bahn für Senioren und zusätzliche Mülleimer, die für Sauberkeit sorgen sollen. Eine klare Absage gab es bereits für vorgeschlagene Fußballtore. Zwar soll im Park durchaus Fußball gespielt werden dürfen — aber man wolle die Jugendlichen auch nicht unbedingt dazu auffordern, hieß es seitens der Verwaltung. „Der Park soll keinen lauten Charakter bekommen“, formulierte Linkens.

Etwa 250.000 Euro sind für die Umgestaltung veranschlagt, die zu großen Teilen von Land und Bund gefördert werden. Die entsprechende Zusage hatte die Stadt vor wenigen Monaten für das Integrierte Handlungskonzept erhalten. So könnte — wenn die nach dem Bürgerabend aufgefrischte Planung die Politik passiert hat — die Ausschreibung beginnen. Peter Strauch: „Dann könnte im Frühjahr die Arbeit losgehen.“ Und zwei, drei Monate später soll sie fertig sein. Im Sommer also.

Wenn der alte Volkspark neu erblüht ist.

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