Vogelschuss der St.-Sebastianus-Schützen Würselen

Im Stadtgarten : Georg Hohmann wird als Schützenkönig gefeiert

Zum Auftakt des großen Wiesen- und Bürgerfestes der St.-Sebastianus-Schützen-Gesellschaft 1624 im Würselener Stadtgarten strahlte die Sonne noch mit den zahlreichen kleinen und großen Besuchern um die Wette.

Doch fast pünktlich zum Start des traditionsreichen 395. Königsvogelschusses kam leider der große Regen. Die Zuschauer bewiesen aber genauso wie die 25 am Wettbewerb teilnehmenden Schützenbrüder Standfestigkeit trotz Sturmböen und Gewitter.

Die älteste Traditionsgesellschaft Würselens hatte die Schützenwiese im Stadtgarten im Herzen der Düvelstadt wieder wunderbar hergerichtet, eignet sich doch dieses lauschige, grüne Plätzchen hervorragend für ein schönes Wiesen- und Bürgerfest, bei dem Tradition und Brauchtum zusammenkommen.

Im Wettstreit um die Königswürde beim Jungenspielschießen traten traditionell die Jungenspiele Oppen-Haal, Bissen und Markt-Preck an. Der Vogel zeigte sich ziemlich robust, bis kurz vor 16 Uhr der Rumpf zu Boden ging. Ein Flügel hing förmlich nur noch am „seidenen Faden“. Diesen „Matchball“ verwandelte die 1. Ehrendame des Jungenspiels Markt-Preck mit einem Volltreffer und holte den Vogel mit dem 94. Schuss von der Stange. Hans-Peter Claessen, Präsident der St. Sebastianus Schützen-Gesellschaft, testierte der neuen Jungenspielkönigin eine meisterliche Leistung.

Holger Deussen, seit dem Frühjahr neuer Hauptmann der Würselener Traditionsschützen, gab sofort das Kommando zum Antreten. Zu den Klängen des Bundestambourkorps Alte Kameraden unter der Leitung von Tobias Jagmann marschierten die Schützen gemeinsam mit Bürgermeister Arno Nelles, Diakon Michael Lang, dem noch amtierenden Schützenkönig Stuart Eason und der Spielspitze Markt-Preck zur Schützenwiese.

Stefan Reim und Egon Donath von der St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1804 Weiden gaben lautstark Böllerschüsse ab – und der kurzweilige Wettbewerb konnte nach den Ehrenschüssen beginnen. Ehrenhauptmann Diether Zimmermann, über Jahrzehnte Kommandant des Vogelschusses, feuerte den ersten Schuss. Im Frühjahr übergab Diether Zimmermann die Verantwortung in jüngere Hände.

Die Ausmaße des schmucken Königsvogels, der von Kerstin Eason bemalt wurde, sind schon beachtlich. Die Flügel messen eine Spannweite von 1,2 Metern, der Rumpf ist 15 Zentimeter stark. Kein leichtes Unterfangen also für die motivierten Schützen.

Der Wettbewerb war erst wenige Schüsse alt, dann kündigten nicht die Böllersalven, sondern Gewitterdonner den großen Regen an. Präsident Hans-Peter Claessen: „Ich muss unseren Gästen und auch hier den Jungenspielmitgliedern ein großartiges Lob aussprechen: Sie blieben bis zum Schluss auf unserer Schützenwiese und haben bei den Schüssen um unseren Schützenkönig mitgefiebert. Es war zwar alles nass, aber irgendwie eine tolle Gemeinschaft!“

Neuer König 2019 der Gesellschaft ist Georg Hohmann, der den stattlichen Vogel mit dem 171. Schuss um genau 19.50 Uhr komplett abschoss. Kurz vorher mussten die Schützen noch das Gewehr wechseln, da der Lauf der aktuellen Waffe zu viel Wasser „geschluckt“ hatte. Georg Hohmann ist seit 1990 in der Gesellschaft als Traditionsschütze aktiv und zum ersten Mal König. Ehrenkönig wurde Hans-Josef Mertens. Königsspiel ist wie im letzten Jahr in Markt Preck. Die Königsvorstellung und Segnung fiel dem Regen zum Opfer und wird noch nachgeholt.

(ro)
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