Würselen: Vier Jahrzehnte sehr engagiert: Hanny Wendel

Würselen: Vier Jahrzehnte sehr engagiert: Hanny Wendel

In jedem Semester stellt das Frauenplenum der VHS-Nordkreis eine außergewöhnliche Frau vor. Die jüngste Gesprächsrunde war im Alten Rathaus an der Kaiserstraße der auf sozialen Feldern seit mehr als vier Jahrzehnten äußerst engagierten Hanny Wendel gewidmet.

Im offenen und ehrlichen Gespräch zeichnete die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Silke Tamm-Kanj, mit ihr deren Lebenslinien von der Geburt am 16\. November 1938 bis ins hohe Alter nach. Aufgewachsen ist Hanny Wendel gemeinsam mit den sieben Brüdern ihrer Mutter — sie hat keine eigenen Geschwister — bei den Großeltern. Erst nach dem elften Lebensjahr zog sie zu ihrer Mutter. Zum Spaß bezeichnet sie sich gerne als „Kind der Sünde“.

Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Hanny Wendel, die Ehrlichkeit über alles schätzt, eine Hauswirtschaftslehre bei Nonnen in Neuss. Mit 16 Jahren kehrte sie wieder in ihre Geburtsstadt Würselen zurück. Ihre Mutter hatte sich zwischenzeitlich mit ihrem Mann selbstständig gemacht. Wo Autobahnen gebaut wurden, betrieben sie Kantinen.

„Meinen Mann habe ich 1966 bei einer Erholungsmaßnahme der Arbeiterwohlfahrt, wo ich Kinder betreute, kennengelernt“, erinnert sich Hanny Wendel, dass er dort die Küche unter sich hatte. Die AWO-Ferienmaßnahme fand in Sulzberg (Zonenrandgebiet) statt. Die Ferienfreizeiten organisierte Hanny Wendel mit der langjährigen Vorsitzenden der AWO-Würselen, Mine Thielen.

Insgesamt war sie 25 Jahre in der AWO aktiv. Im Jahre 1970 hat sie den Judoclub Würselen ins Leben gerufen. Der Anlass: „Mein Mann fuhr jede Woche einmal zum Judotraining nach Kohlscheid, wo er Prüfungen ablegte und späterhin auch als Trainer tätig war.“ Dass es immer mehr Termine wurden, ärgerte Hanny Wendel.Und so fasste sie für sich den Beschluss „vor der Haustüre“ einen Judoclub zu gründen.

In „ihrem“ Verein trainierte sie neben der Geschäftsführung, die ihr seit 41 Jahren obliegt, auch noch die Jugend. Aktiv brachte sich die couragierte Würselenerin auch in die Arbeit des Landesverbands der Judoclubs ein.

Schließlich kam Silke Tamm-Kanj auf die „Lebende Krippe“ zu sprechen, die Hanny Wendel in Monschau besucht hatte. Sie auf die Freilichtbühne Burg Wilhelmstein zu bringen, war ihre Idee. „Ein weiteres soziales „Kind“ von Hanny Wendel ist die vor zwei Jahrzehnten ins Leben gerufene SPD-Seniorengruppe 60plus.

(ehg)
Mehr von Aachener Zeitung